Kompakte Sternengeburt bei Mercedes

Mercedes lotet seine Kompaktwagenplattform aus wie noch nie – das vielseitige und praktische Sport Utility Vehicle GLB matcht sich bereits mit der Mittelklasse.

Zahlreiche Stärken des GLB auf einen Blick: hochwertiges Interieur, kräftige Display-Darstellung, Allradtauglichkeit, adrette Formensprache.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Patsch – Den Grundstein dieses Erfolgs legte Mercedes vor 23 Jahren. Damals begannen die Schwaben mit der Produktion der A-Klasse. Die bestand zwar anfangs nicht den Elchtest, dennoch konnte sich Mercedes im Kompaktwagensegment festsetzen und allmählich ausbreiten. Es folgte irgendwann die Van-artige B-Klasse, dann verging wieder einige Zeit – ehe unter der MFA-Plattform (modulare Frontantriebsarchitektur) die Flexibilität zunahm, was die Karosserievarianten anbelangte. Und seither schöpfen die Schwaben aus dem Vollen, denn nicht weniger als acht unterschiedliche Produkte entstammen der zweiten MFA-Generation. Ganz neu und ohne Vorgänger ist dabei der GLB. Der kastenartige Auftritt erinnert einerseits an den GLK der ersten Generation und natürlich an den Hardcore-Geländewagen von Mercedes, die G-Klasse. Bei einer Länge von 4,64 Metern sprengt der GLB streng genommen das Kompaktformat – was sich auch in der Preiswahrnehmung wiederfindet: Der von uns gefahrene Testwagen entsprach einem Verkaufspreis von nahezu 74.000 Euro. Aber fairerweise müssen wir entgegenhalten, dass der GLB im Gegenzug einiges bieten kann.

© Höscheler

Die Dimensionen sind jedenfalls schon äußerst praktisch, denn das Ein- und Aussteigen erfolgt mit Leichtigkeit, die hohe Sitzposition ist fast schon ein Gedicht. Den Innenraum dominiert in diesem Fall eine digital gehaltene Armaturentafel mit entsprechendem Instrumentarium und einem zentralen Display für das Infotainmentsystem. Die Darstellung ist gestochen scharf, hochauflösend, die Menüführung kann sich sehen lassen, das Angebot ebenso. Die eingespielten Bilder der Umgebung (beim Rückwärtsfahren) vereinfachen das Rangieren und Manövrieren, auch und vor allem abseits befestigter Wege. Wenn wir uns hier schon im Bewegungsmodus befinden, dürfen wir den angebotenen Motor-Getriebe-Verbund nicht verschweigen: Der 224 PS starke Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner ist fast schon etwas für die Rennstrecke, denn er benötigt für die Beschleunigung von null auf 100 km/h keine sieben Sekunden – auch dank einer wachsamen Achtstufen-Doppelkupplung. Im Hintergrund arbeitet recht unmerklich und traktionssicher der installierte Allradantrieb. All diese Details schaffen schließlich doch Verständnis für den oben erwähnten Mercedes-Tarif, zumal das Platzangebot (fünf bis sieben Sitze, 570 bis 1805 Liter Ladevolumen) höchsten Alltagsnutzen in Aussicht stellt.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1991 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1800 U/min

Leistung: 165 kW/224 PS

L/B/H: 4634/1834/1658 mm

Gewicht: 1670/2205 kg

Kofferraumvolumen: 570–1805 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 236 km/h

0–100 km/h: 6,9 Sekunden

Verbrauch: 10,3 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 73.649,64 Euro

CO2-Emission: 169 g/km


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