Hohes Niveau mit dem Sorento in vierter Generation: Kias Europa-Flaggschiff

Die vierte Generation des Sorento hat bei Technik, Fahrkomfort, Fahrdynamik und nicht zuletzt bei der Formensprache erheblich zugelegt. Die Bedienfreundlichkeit hat darunter nicht gelitten.

Soeben am Markt eingeführt wurde der Kia Sorento, der bis zu sieben Sitzplätze anbietet. Anfangs gibt es ihn nur als Diesel, 2021 folgen Hybridvarianten.
© Markus Höscheler

Von Markus Höscheler

Neustift – Es gibt Erdteile, da traut sich Kia, ganz Großes wie das Oberklasse-SUV Telluride anzubieten. Europa zählt nicht dazu, denn über fünf Meter Fahrzeuglänge sind hier nicht so akzeptiert wie etwa in Nordamerika. Aber wenn schon die Oberklasse nicht sein darf, dann wenigstens das Midsize-SUV Sorento. Dieses Modell hat sich von Generation zu Generation kontinuierlich verbessert; die neueste Baureihe gibt davon erneut Zeugnis. Es reicht bereits der Blick aufs Design, denn der wuchtige, breite Kühlergrill mit den verbundenen, dreigliedrigen LED-Leuchten fängt den Blick des Betrachters ein. Selbiges gilt für die zweigeteilten Rücklichter, die vertikal angeordnet sind und etwas Edles ausstrahlen. Auffällig sind darüber hinaus die lang gezogene D-Säule, die kleine Flosse im Bereich der C-Säule, der dominante Dachspoiler mit integriertem Heckscheibenwischer und die markante Sicke oberhalb der Seitenschweller.

Sosehr der 4,81 Meter lange Sorento auf optische Präsenz Wert legt – das Midsize-SUV will innen noch mehr gefallen: mit ausgewählten Materialien, mit hervorragender Verarbeitung, mit zeitgemäßem Infotainmentsystem und mit einem hohen Maß an Bedienfreundlichkeit. Im von uns in dieser Woche kurz probegefahrenen Modell haben sich vor allem der 12,3 Zoll große Touchscreen auf der Mittelkonsole und das hochauflösende, volldigitale Instrumentarium (10,25 Zoll) eingeprägt, darüber hinaus eine Mischung aus Touchflächen und analogen Bedien­elementen. Im Großen und Ganzen erklären sich die verschiedenen Funktionen von selbst, die unlösbaren Rätsel bleiben erfreulicherweise aus. Als komfortabel und gut einstellbar lassen sich die Sitze bezeichnen (die mit ansprechendem Leder überzogen sind), als einfach die Anbindung an gängige Smartphones.

Üppig – es ist nicht anders zu beschreiben – fällt die Bestückung mit Fahrerassistenzsystemen aus, hilfreich sind außerdem die zahlreich an Bord befindlichen Kameras und Sensoren. Als spezielles Gimmick gibt es via Schlüsseltasten sogar eine fahrerlose Ausparkfunktion, was in Fällen enger Parklücken von Nutzen sein kann.

Unabhängig vom Equipment hat sich der Sorento im Revier des Fahrerlebnisses weiterentwickelt. Das wird besonders deutlich bei der Lenkung, die an Direktheit und Präzision gewonnen hat und das Kurvenfahren im Wipp- und Stubaital fast schon zum Kinderspiel geraten lässt. Stimmig fällt auch die Fahrwerksabstimmung des Sorento aus, was viel Komfort verspricht und dennoch keine Schaukelei in irgendeine Richtung zulässt.

Als minimales Störelement kann allenfalls im Kaltlauf das wahrnehmbare Geräusch des 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesels zu Buche schlagen – im weiteren Verlauf schlägt sich das 202 PS starke Aggregat in Verbindung mit einem zügig schaltenden Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und einem austarierten, mit mehreren Fahrmodi unterlegten Allradsystem wacker. Der überreichlich ausgestattete Sorento ist ab 61.990 Euro (Fünfsitzer) beziehungsweise ab 62.990 Euro (Siebensitzer) verfügbar, nach Jahreswechsel folgen Plug-in-Hybrid und Vollhybrid.


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