1.131 Corona-Neuinfektionen in Österreich

In Österreich sind bis Freitagvormittag innerhalb von 24 Stunden 1.131 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das waren 78 weniger als der Rekordwert vom Vortag, wo 1.209 positive Tests erfasst wurden. Die Zahl der aktiven Fälle stieg mit 10.307 Betroffenen in den fünfstelligen Bereich, nach 9.930 am Donnerstag. Vier weitere Todesfälle bedeuten bisher 842 verstorbene Infizierte. Die Hospitalisiertenzahlen blieben mit 508 Patienten, davon 103 intensiv, stabil.

392 neue Fälle gab es in Wien, 223 in Nieder- und 163 in Oberösterreich. Tirol verzeichnete mit 116 Neuerkrankungen ebenfalls Fallzahlen im dreistelligen Bereich, weniger waren es in der Steiermark (90), in Salzburg (58), Vorarlberg (39), Kärnten (27) und im Burgenland (23). Im Schnitt der vergangenen sieben Tage gab es somit täglich 973 Neuinfektionen, am Vortag war die Sieben-Tages-Inzidenz noch bei einem Wert von 910 gelegen. Bis Donnerstag (9.30 Uhr) gab es in Österreich 53.188 positive Testergebnisse. 42.039 Betroffene sind wieder genesen.

Entgegen ersten medialen Befürchtungen blieb die Corona-Ampel auch nach der Sitzung der Kommission am Donnerstag in allen Bezirken maximal orange. Wieso das so ist, will Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit Experten am Freitag erläutern. Zunächst war befürchtet worden, dass in vier Bezirken die Ampel auf Rot gestellt wird.

Ebenfalls mit Spannung wird die Sitzung des Krisenstabes erwartet, für die der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) seine persönliche Teilnahme angekündigt hat. Er wolle Missverständnisse ausräumen, nachdem am Donnerstag zunächst bekannt geworden war, dass Wien nicht mehr an den Sitzungen des Stabes teilnehmen wolle.

Unterdessen geht die Entwicklung eines möglichen Covid-19-Medikaments mit Antikörpern aus Blutplasma von Genesenen - auch aus Österreich - in einen entscheidenden Schritt. In Phase III der klinischen Studie werden nun Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit an Patienten getestet, teilte am Freitag der Pharmakonzern Takeda in Österreich mit. Das Mittel ist zur Behandlung erwachsener Spitalspatienten gedacht, bei denen ein ernsthaftes Risiko von Komplikationen besteht.

Ende Juni war am Produktionsstandort von Takeda in Wien der Herstellungsprozess von klinischem Material auf Basis einer bewährten Plattform gestartet worden. Der Prozess dauert normalerweise im Durchschnitt etwa ein Jahr, bis mit der Produktion begonnen werden kann. Der Wiener Standort stellte nun in weniger als zwei Monaten nach der Prozessimplementierung die ersten Medikamente für die klinische Studie fertig. „Das Projekt ist von globaler, gesundheitspolitischer Bedeutung. Mit unserer Expertise am Takeda-Standort in Wien tragen wir maßgeblich zur Entwicklung bei“, erläuterte Thomas Kreil, Leiter der Global Pathogen Safety von Takeda.


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