Lader steigen auf die Bremse: Gemeinderat hat Petition verabschiedet

Gefährliche Situationen am Schulweg, Lärm und Schmutz – den Ladern reicht es. Der Gemeinderat kämpft mit einer Petition gegen den Verkehr.

Im Ortszentrum von Ladis wird die Landesstraße zum Nadelöhr.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Ladis – Der Schwertransporter kommt kaum um die Kurve, knapp wird es auch für den Postbus – in wenigen Minuten passieren mehrere Muldenkipper, Lkw, Campingbusse und sehr viele Autos das Nadelöhr im Ortskern von Ladis. „Derzeit kommt hier der gesamte Verkehr durch“, stöhnt Bürgermeister Florian Klotz. Seit 21. September ist die Serfauser Landesstraße wegen einer Baustelle gesperrt. Damit fahren alle, die in die großen Tourismusgemeinden Serfaus und Fiss wollen, durch den Ort. Voraussichtlich wird das noch zwei Wochen lang so bleiben.

Der Lader Gemeinderat hat nun die Bremse gezogen und eine Petition verabschiedet. „In der Früh sieht man erst, wie viele Leute da arbeiten, wie viel Bautätigkeit es gibt, was da alles angeliefert wird“, staunte Klotz selbst nicht schlecht über die „extreme Belastung“ durch Lärm und Dreck im Ort. Das sei zwar gut für die Wirtschaft, aber auch ein Problem.

„30er eher symbolisch als gelebt“

Etwa auf dem Schulweg, wo die Kinder derzeit immer von einem Erwachsenen begleitet werden müssen. Aber auch untertags sei es schwierig, die Straße vom Lebensmittelgeschäft zum Gemeindeamt zu überqueren, so Klotz.

Wenn die Polizei nicht kon­trolliert, „ist der 30er eher symbolisch als gelebt“, ärgert er sich auch über so manchen Raser im Ortsgebiet. Die Ladiser Straße sei immer mehr zur „Hauptstraße“ für den Durchzugsverkehr aufs Plateau geworden – eine Entwicklung, die man nicht erst jetzt während der Straßensperre bemerkt.

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Die Maßnahmen, die man nun fordert, sind umfangreich: „Konsequente Kontrolle gegen Raser und die Aufstellung von Radarkästen in mehreren Ortsbereichen“ sowie eine Begegnungszone auf der Landesstraße, die den Verkehr im Ortszentrum einbremst, gehören dazu. „Langfristiges Ziel ist die Ortsumfahrung“, die laut Klotz ebenfalls Teil der Forderungen ist. Planungen dahingehend gebe es bereits.

Klotz will Petition persönlich überbringen

In der Gemeinderatssitzung hatte der Bürgermeister betont, alles Mögliche versucht zu haben, „um die aktuelle Totalsperre der Serfauser Straße zu verhindern“. Dass es nicht möglich war, die Strecke in einer ersten Phase der Arbeiten offen zu halten, erklärt Baubezirksamtschef Günter Heppke. Man habe die Böschung von oben abgepackt, dazu wurde die Straße aufgeschüttet.

Er kennt die Verkehrssituation von Ladis. Heppke erinnert dabei an die massiven Hangbewegungen vor zwei Jahren, als der gesamte Verkehr über viele Wochen durch den Ort rollte. Die gröbsten Arbeiten seien nun aber erledigt, wenngleich man nicht wisse, was die Zukunft bringt. Bürgermeister Florian Klotz hofft nun, dass er einen Termin bei LHStv. Josef Geisler bekommt. Er möchte die Petition persönlich überbringen.


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