Kommunales Großprojekt in Grän stärkt ganze Talschaft

Arzt- und Wohnhaus sowie die Tagespflege für das Tannheimer Tal sind in einem Neubaukomplex in Grän untergebracht. Erste Gäste werden schon betreut.

Bürgermeister Martin Schädle strahlt – ein wichtiges Vorhaben in Grän ist fertiggestellt.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Grän – Die Einweihungsfeier in der kommenden Woche wird minimalistisch bleiben, der Anlass nicht. In nur dreizehnmonatiger Bauzeit wurde in Grän ein Mehrzweckhaus aus dem Boden gestampft, das dem Ort und dem Tannheimer Tal ein ärztliches Service und ein Mehr an sozialem Miteinander garantieren wird. Das vom Heiterwanger Architekten Peter Gladbach geplante Wohn- und Ärztehaus, direkt neben dem Gemeindeamt situiert, ist fertiggestellt. Handwerker führen noch letzte Arbeiten durch.

Der Gräner Gemeinderat war bereit gewesen, 5,6 Millionen Euro für das Projekt abzusegnen. Bei einem Jahresbudget von 3,2 Millionen Euro eine ordentliche Summe. Dafür konnte man nun unter anderem eine 350 m² große, attraktive neue Arztpraxis ins Rennen um die Arztnachfolge werfen. Mit Erfolg. Eva Wurz hat den Lockruf erhört und praktiziert seit 1. Oktober in den neuen Räumlichkeiten. Wie harmonisch die altersbedingt notwendige Neubesetzung über die Bühne gegangen ist, zeigt unter anderem, dass Erwin Pfefferkorn seiner Nachfolgerin noch eine Weile in Teilzeit zur Verfügung stehen wird. Pfefferkorn hatte bei der schwierigen Suche aktiv mitgeholfen.

Medizinerin Eva Wurz, auch Fachärztin für Innere Medizin, bietet zudem viele Untersuchungen an, die weit über das Praktische-Arzt-Schema hinausgehen. Dafür wurde auch das nötige Equipment angeschafft. Wurz ist ab sofort auch in das 24-Stunden-Dreierradl für Notarztdienst und Sprengelarztwesen mit ihrem Tannheimer Kollegen Arno Mauthner und Siegfried Walch aus Weißenbach eingebunden.

Direkt gegenüber der Arztpraxis liegt die neue Tagespflegestätte für das Tannheimer Tal. Beim TT-Lokalaugenschein mit BM Martin Schädle versahen gerade Angelika Besler und Susi Eberle dort ihren Dienst mit drei Tagesgästen. Der Sozial- und Gesundheitssprengel Außerfern betreut die Einrichtung, wie auch schon in Ehrwald und Elbigenalp. Schädle hofft nun „auf eine leichte Entlastung der stationären Pflegebetten in Reutte und Ehenbichl“.

Ins Gebäude integriert sind auch zwölf Mietwohnungen. Elf davon sind schon vergeben. Der Bezug der Wohnungen soll bis Anfang Dezember über die Bühne sein, weiß der Dorfchef, dem die Freude über das Projekt anzusehen ist.


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