Der Raum ist der Ort: Ladinische Kunst im Wörgler Polylog

Im Wörgler Polylog: „Hercules Pillard“ der ladinischen Fotografin Karin Schmuck.
© schreyer

Wörgl – „Le post é la lerch“ heißt auf Ladinisch „Der Raum ist der Ort“ und ist der Titel einer Schau von fünf KünstlerInnen aus dem länderübergreifenden ladinischen Kulturraum, die, da von Günther Moschig kuratiert, nun in „seinem“ Wörgler Polylog läuft, nachdem sie bereits im Museum Ladin in St. Martin in Thurn zu sehen war. Ein im Triennalerhythmus stattfindendes, von einer international besetzten Jury begleitetes Ausstellungsprojekt, in dem es diesmal um die Auseinandersetzung mit Lebensräumen geht.

Die offensichtlich völlig unterschiedlich wahrgenommen werden, den engeren ladinischen Raum allerdings meist sprengen oder im Fall von Tobias Tavella ironisch hinterfragen. Wenn er etwa archaischen Fundstücken aus der Natur „Heiligenscheine“ in der Form von gläsernen Lichtringen überstülpt oder die traditionelle blaue Schürze der Südtiroler Weinbauern vieldeutig mit dem Schriftzug „space“ bedruckt.

Karin Schmuck reist in ihrer mehrteiligen, wunderbar subtilen Fotoarbeit „Hercules Pillard“ im Gegensatz dazu ans Ende der antiken Welt, das heute zum Anfang für unzählige Hoffnungslose geworden ist. Wie vergnüglich Tourismuskritik daherkommen kann, führt wiederum Claus Soraperra auf unvergleichliche Weise vor. Mit plakativ angelegten Malereien umkreist Yvonne Gienal die für sie typischen Strukturen des ladinischen Kulturraums, während Annatina Dermont mit ihrer Kamera durch die Welt flaniert, immer auf der Suche nach verstellten Blicken. (schlo)

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