Mehr als 4.500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag 4.516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2.828 auf 4.058 erheblich angestiegen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314.660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Spaniens Zentralregierung hat indessen den Notstand über Madrid verhängt.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag laut RKI bei 9.589. Das waren elf mehr als am Vortag. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1.10.) war der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24.9.) bei 296 (166 beatmet). Rund 8.500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Auch die Rate der positiven Tests stieg zuletzt nach RKI-Daten stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28.9.- 2.10.) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent. Die Anzahl der Tests sank dagegen leicht auf rund 1,096 Millionen in der 40. Woche. Zuvor waren es rund 1,168 Millionen gewesen.

Drei Wochen nach Verhängung eines landesweiten Lockdowns deutet sich indessen in Israel ein rückläufiger Trend bei den Corona-Neuinfektionen an. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden am Vortag 3.692 neue Fälle verzeichnet. Vor rund eineinhalb Wochen war mit mehr als 9.000 Infektionen ein Rekordwert registriert worden. Zu Wochenbeginn waren mehr als 5.700 neue Fälle ausgewiesen worden. Die Quote der positiven Tests betrug nach den Daten vom Freitag acht Prozent. Im Laufe des Lockdowns hatte sie teils deutlich über elf Prozent gelegen. Israel hat etwa neun Millionen Einwohner, rund 500.000 weniger als Österreich.

Sollten die in den vergangenen Wochen steigenden Infektionszahlen weiterhin anwachsen, dann will die italienische Regierung strengere Corona-Maßnahmen ergreifen. So sollen Lokale um 23.00 Uhr geschlossen werden, wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Freitag berichtete. Bei Privatfeiern soll die Zahl der Teilnehmer stark reduziert werden. Die Anzahl der Personen in öffentlichen Verkehrsmitteln soll verringert werden. Derzeit dürfen 80 Prozent der Plätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln besetzt werden. Auch Sportzentren könnten zur Schließung gezwungen werden. Über die Maßnahmen diskutiert die Regierung dieser Tage zusammen mit den Präsidenten der 20 italienischen Regionen. Am Donnerstag wurden 4.458 neue Coronavirus-Infektionen und 22 Todesopfer gemeldet

Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Dies berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die linke Regierung. Der Notstand soll den Angaben zufolge für zwei Wochen gelten. Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden.

Vor Ausrufung des Notstands hatte die Justiz die vom Gesundheitsministerium angeordnete Absperrung Madrids und neun weiterer Kommunen in der Umgebung wieder aufgehoben. Dies geschah auf Antrag der konservativen Regionalregierung. Nun kann die Zentralregierung die Bewegungsfreiheit der Bürger doch wieder einschränken. Eine offizielle Bestätigung stand zunächst noch aus.

In den zehn Städten, die nun wieder abgeriegelt sind, dürfen die Menschen ihre Wohngemeinde erneut nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen sind knapp 4,8 der insgesamt 6,6 Millionen Einwohner der „Comunidad Autonoma“. Auswärtige dürfen diese Städte nur in Ausnahmefällen betreten.

Mit 850.000 Infektionen ist Spanien das von der Pandemie am schwersten getroffene Land Westeuropas. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. In der Region Madrid betrug dieser Wert sogar bei 230. Nur die Region Navarra hat in Spanien eine höhere sogenannte 14-Tage-Inzidenz.

In Polen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen den dritten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Am Freitag verzeichneten die Behörden 4.739 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 52 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen gilt ab diesem Samstag im gesamten Land wieder Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Außerdem dürfen an Feiern nur maximal 75 Leute teilnehmen. In sogenannten roten Zonen mit sehr vielen Infektionen sind die Auflagen noch strenger: Hier müssen Bars und Restaurants um 22.00 Uhr schließen. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem 38-Millionen-Einwohner-Land nach offiziellen Angaben mindestens 116.338 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. 2.919 Menschen starben.


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