Am richtigen Weg: Innsbruck greift nach den Mobilitäts-Sternen

Laut einer Studie ist die Stadt in Sachen Mobilität am richtigen Weg. Als Rückschritt wird das Gratis-Parken am Samstag bezeichnet.

Das „Stadtrad“ mit 118.000 Entlehnungen 2019 wird im Mobilitäts-Check als Erfolgsprojekt angeführt.
© IVB

Von Denise Daum

Innsbruck – Innsbruck hat drei und will nun vier. Fünf gibt es maximal. Die Rede ist von Mobilitätssternen, die Land Tirol und Energie Tirol alle zwei Jahre vergeben. Begehrt sind die Sterne vor allem deshalb, weil sie Förderungen bringen. Je mehr Sterne, desto mehr Geld gibt es. Um ihre Chancen auf den vierten Stern einzuschätzen, unterzog sich die Stadt Innsbruck heuer einem so genannten „Mobilitäts-Check“.

In diesem kommen die Autoren (Experten des Landes und Energie Tirol) zum Urteil, dass die positiven Entwicklungen in Innsbruck unterm Strich überwiegen, wenngleich auch Rückschritte zu verzeichnen sind. Als negative Entwicklung wird beispielsweise das Gratis-Parken an Samstagen bezeichnet. Einen Beschluss, den die bürgerliche Mehrheit von ÖVP, Für Innsbruck und FPÖ durchgesetzt hat und der befristet bis Ende des Jahres gilt.

„70 Prozent der Wege werden bereits zu Fuß, mit dem Rad oder mit den Öffis zurückgelegt.“ – Uschi Schwarzl (Vize-BM)
© Foto TT / Rudy De Moor

Als „besondere Stärken“ werten die Experten von Land und Energie Tirol indes vor allem das öffentliche Verkehrssystem. Aber auch Projekte, für die die zuständige Mobilitäts-Stadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) einiges an Kritik einstecken musste, werden positiv bewertet: wie die Gehwegverbreiterung in St. Nikolaus oder die im Sommer errichtete Busspur auf der Haller Straße. Letzteres kommentieren die Studienautoren mit „beibehalten!“.

Davon dürften ÖVP und Für Innsbruck nichts halten – sie wollen angesichts vermehrter Staubildung eine Verkürzung der Spur durchsetzen. Einen entsprechenden Antrag haben sie bereits im Gemeinderat eingebracht. Behandelt wird er in der November-Sitzung.

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Im „Mobilitäts-Check“ werden auch die Potenziale in der Landeshauptstadt aufgelistet: Die sehen die Experten unter anderem im Ausbau von E-Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet, in der Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität oder der Umsetzung eines durchgängigen, sicheren Radwegenetzes.

Im Mobilitäts-Check findet sich auch die Empfehlung, weitere Tempo-30-Beschränkungen zu erlassen, um so die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Lärm- und Schadstoff­emissionen zu reduzieren. Vor ziemlich genau einem Jahr ist Schwarzl im Gemeinderat mit einem entsprechenden Vorstoß ordentlich abgeblitzt: Von sieben vorgeschlagenen neuen 30er-Zonen fand sich nur für eine einzige eine Mehrheit.

Für Schwarzl zeigen die Ergebnisse des Mobilitäts-Checks, „dass Innsbruck auf dem richtigen Weg ist, was Mobilitäts-Fragen betrifft. 70 Prozent der Wege in Innsbruck werden bereits zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Öffis zurückgelegt. Wir wollen diese umweltfreundlichen, gesundheitsfördernden und klimaschonenden Fortbewegungsformen weiter unterstützen.“

FPÖ spricht sich für Fußgängerzonen aus

Der Gemeinderat Innsbruck hat vergangene Woche mit der Meraner Straße, Erlerstraße und der nördlichen Wilhelm-Greil-Straße die erste Begegnungszone der Landeshauptstadt beschlossen, die TT berichtete.

FPÖ-Stadtrat Rudi Federspiel, dessen Fraktion sich gegen die Begegnungszone ausgesprochen hat, lässt nun mit einem anderen Vorschlag aufhorchen: „Begegnungszonen sind viel zu gefährlich und eine unausgegorene Lösung. Wenn die Stadtregierung mutig ist, dann verbannt sie die Autos ganz aus gewissen Straßenzügen und erlässt eine Fußgängerzone“, so Federspiel. (TT)


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