Blaues Debakel bei der Wien-Wahl: FPÖ stürzt ab, ist aber Strache los

Das „Team Strache“ schafft den Einzug in den Gemeinderat nicht, den Blauen liefen Wähler in Scharen davon. FPÖ-Chef Nepp will nicht über Rücktritt reden.

Nepp und Strache – einst Weggefährten, nun Gegner.
© APA

Von Serdar Sahin

Wien –Trotz jeder Menge Skandale – Ibiza, Spesen-Affäre, Casinos und mehr – wollte es Heinz-Christian Strache nicht sein lassen. Nach seinem angekündigten Rückzug aus der Politik sowie dem Rauswurf aus der FPÖ formte er mit abtrünnigen Freiheitlichen eine eigene Partei – und trat bei der Wien-Wahl an.

Und trotz vieler medialer Auftritte schaffte das „Team HC Strache“ den Einzug in den Wiener Gemeinderat nicht. Ex-FPÖ-Boss Strache hat die Freiheitlichen aber viele Stimmen gekostet. Die Wähler liefen den Blauen in Scharen davon. Beim Urnengang 2015 erhielt die FPÖ über 30 Prozent – nun stürzte sie massiv ab.

Dass ihr Ex-Obmann die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft hat, dürfte jedoch für Erleichterung in der FPÖ sorgen. Sie ist ihren ehemaligen, skandalumwitterten Star (vorerst) los. Im Landtag kann er ihnen nicht lästig werden, auch nicht weiter seine Partei aufbauen – und somit den Freiheitlichen keine weiteren Stimmen abjagen.

📽️ Video | Blaues Debakel bei Wien-Wahl

Nicht überraschend ist, dass FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp den Grund für den freiheitlichen Absturz in Ibiza sieht. Das Ergebnis sei „schmerzlich“, befindet Nepp am Wahlabend. Es habe „zu Recht einen Vertrauensverlust“ unter den Wählern gegeben. Jetzt gelte es, „mit harter, konsequenter Arbeit das Vertrauen zurückzugewinnen“. Ob er angesichts der Wahlniederlage zurücktreten werde? Nepp weicht aus: Man müsse nun das Ergebnis analysieren.

Strache sieht sich einmal mehr als Opfer. Die FPÖ-Spitze habe „eiskalt und herzlos die Spaltung vorangetrieben“. Er habe eigentlich „gemeinsam“ in die Wahl gehen wollen, wie Strache sagt. „Das hat wohl viele vor den Kopf gestoßen.“


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