Baubeginn Sommer 2022: Nordschule Lienz wird autofrei

Das Zentrum mit Volksschule, Mittelschule und Polytechnischer Schule wird saniert und bekommt einen begrünten Vorplatz.

Aufenthaltsflächen statt Parkplätze: Das Schulzentrum Lienz-Nord soll ab Mitte 2022 saniert und umgestaltet werden.
© Architekturbüro ARGE okai

Von Catharina Oblasser

Lienz – Das Schulzentrum Lienz-Nord, kurz „Nordschule“ genannt, besteht eigentlich aus drei Einheiten: Volksschule, Mittelschule und Polytechnische Schule. Errichtet wurde es um 1970, heute ist der langgestreckte Bau unmittelbar neben dem Bezirkskrankenhaus dringend sanierungsbedürftig.

Bei einem Wettbewerb von zehn Architekturbüros setzte sich die Oberkärntner Architektur-Initiative „okai“ mit Stefan Thalmann durch. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Elisabeth Blanik stellte er am Montag das Projekt vor. An der Erarbeitung hatten sich weiters Bürgermeister der Lienzer Umlandgemeinden beteiligt, da Mittelschule und Poly auch von Kindern (ab der 5. Schulstufe) ihrer Gemeinden besucht werden.

„Die Grundstruktur bleibt erhalten, damit wir in puncto Statik nichts ändern müssen“, schildert Stefan Thalmann. „Aber es wird unter anderem einen neuen Hauptzugang in der Mitte des Gebäudes geben, einen Speisebereich mit Küche und Aula und viel Holz als Material.“ Mit einer modernen Fassadendämmung und neuen Fenstern sollen die Heizkosten im Zaum gehalten und das Raumklima verbessert werden. Aus Brandschutzgründen entsteht im Gebäude ein drittes Stiegenhaus, und mit einem Lift wird das Zentrum endlich barrierefrei.

Eine wesentliche Neuerung: Nach dem Umbau werden Autos nur noch in Ausnahmefällen bis vor das Schultor fahren können. Jetzt ist das noch möglich, auch wenn die Verhältnisse sehr beengt sind. Der Vorplatz des Schulzentrums neu wird begrünt und als Freifläche gestaltet. „Für Lehrkräfte, die von außerhalb kommen, stehen 20 Plätze in der neuen Krankenhaus-Tiefgarage zur Verfügung“, informiert Elisabeth Blanik.

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Auch die Innenhöfe auf der Rückseite des Baus werden gemütlicher und einladender gemacht. Kleine Zubauten da und dort entstehen auf Flachdächern, die zurzeit nicht genützt werden, und eben vor den Schulen. Insgesamt verfügen Volks-, Mittel- und Polytechnische Schule dann über 9300 Quadratmeter Nutzfläche. Für die Jüngsten sind neun Klassenräume vorgesehen, für die Mittelschüler zwölf. Die Jugendlichen des Poly haben drei Klassen zur Verfügung. Großzügige Nebenräume und Werkstätten kommen noch hinzu.

Warum die Stadt sich für eine Sanierung und nicht einen Neubau entschieden hat, erklärt die Lienzer Bürgermeisterin so: „Das Gebäude stammt aus einer Zeit, als es noch viel mehr Schulkinder gab, und es ist deshalb entsprechend groß und weitläufig. Würden wir es nach heutigen Zahlen neu bauen, hätten die Kinder und die Lehrkräfte nicht annähernd so viel Platz.“

Der Baubeginn ist für Sommer 2022 anvisiert. Über die Kosten hält sich Blanik bedeckt. „Es gibt noch keine Zahlen, die der Öffentlichkeit standhalten“, sagt sie.


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