Bekenntnis zu neuer S-Bahn-Haltestelle Hall/Mils im Landtag

Der Landtag wird sich für einen S-Bahn-Halt Hall/Mils aussprechen. Dieser könne aber nie eine neue Autobahnanbindung ersetzen, so BM Posch aus Hall.

Der Standort eines möglichen S-Bahn-Halts Hall/Mils ist offen – für BM Eva Posch kommt das Haller Stadtgebiet jedenfalls nicht in Frage.
© Domanig

Hall, Mils – In seiner dieswöchigen Sitzung wird der Tiroler Landtag ein Bekenntnis „zur ehestmöglichen Realisierung“ einer neuen S-Bahn-Haltestelle Hall/Mils abgeben. Man unterstütze die Bemühungen der Landesregierung und des Verkehrsverbundes Tirol (VVT), „die Umsetzung dieses Projektes im aktuell in Verhandlung stehenden Tirol-Vertrag 2 mit den ÖBB zu verankern“, heißt es im gemeinsamen Antrag der schwarzgrünen Koalition, der im Ausschuss für Wohnen und Verkehr einstimmig beschlossen wurde.

Was die Standortfrage angeht, verweist der Antrag auf eine Studie aus dem Jahr 2015, laut der sowohl eine Variante Reschenhof (Milser Gemeindegebiet) als auch eine Variante Untere Lend (Haller Gemeindegebiet) als realisierbar und sinnvoll erachtet würden.

Untersuchungen, welcher der beste Standort ist – im Hinblick auf Einzugsgebiet, Bevölkerungsentwicklung etc. –, seien im Gange, erklärt der grüne Mobilitätssprecher LA Michael Mingler.

Die Grünen in Hall, Mils und Absam sprechen in einer gemeinsamen Aussendung jedenfalls von einem „Meilenstein für die Mobilität in der Region“: Die S-Bahn-Haltestelle sei eine ökologische, günstige und schnelle Alternative für Tausende Pendler, insbesondere für die rasch wachsende Untere Lend.

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Sie sehen in einem Bahnhalt Hall/Mils – sowie einem weiteren Öffi- und Radwegausbau – auch eine Alternative zu einer zusätzlichen Straßenverbindung Richtung Autobahn östlich von Hall. Eine Verkehrsentlastung durch neue Straßen funktioniere nicht und sei „eine verkehrspolitische Idee aus der Mottenkiste“, so die Grünen.

Das sieht Bürgermeisterin Eva Posch (ÖVP) aus Hall freilich völlig anders: Ein S-Bahn-Halt könne zwar zur Entlastung beitragen, es sei aber „ausgeschlossen, dass es ohne zusätzliche Straßenverbindung vom linken aufs rechte Innufer im Bereich Hall/Mils gelingt, die Mobilitätsbedürfnisse in der Region zu erfüllen und die Stadt Hall vom Durchzugsverkehr zu entlasten“. Die S-Bahn alleine reiche dafür „niemals aus, heute nicht und erst recht nicht in Zukunft“. Und ohne Entwicklung der Mobilität könne die Region nicht prosperieren.

Posch spricht sich zudem klar dagegen aus, die S-Bahn-Station auf Haller Stadtgebiet zu situieren: „Eine Haltestelle für Mils in Hall zu forcieren, ist nicht Aufgabe der Stadtpolitik.“ Sehr gut könne sie sich hingegen z. B. einen „Mobilitätsknoten“ mit Autobahn-Vollanschluss und S-Bahn-Halt im Bereich des Milser Gewerbeparks vorstellen.

Was einen solchen Vollanschluss angeht – den der Planungsverband (PV) Hall und Umgebung prioritär verfolgen will –, laufe derzeit die Prüfung der Unterlagen durch die Asfinag. Man hoffe im PV auf „baldige Antwort, wie die weiteren Schritte ausschauen“. (md)


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