Wildspitz Rush: Von ganz unten nach ganz oben in Tirol in zwei Tagen

Der Wildspitz Rush verbindet den tiefsten und den höchsten Punkt Tirols. 3300 Höhenmeter bewältigen die knapp 50 Teilnehmer an zwei Tagen und ohne Zeitnehmung: mit dem Rad, zu Fuß und auf den Ski.

Mit den Tourenski ging es in Richtung Wildspitze.
© RushdieSerie/Ole Zimmer

Von Florian Madl

Innsbruck – Geschafft! Als kürzlich eine Sportler-Gruppe mit ihren Touren-Ski auf der Wildspitze ankam, hatten die Teilnehmer bereits mehr als den Anstieg auf die markante Erhebung hinter sich. Vom tiefsten zum höchsten Punkt Tirols, so lautete die Vorgabe des Veranstalter-Duos Hans-Peter Kreidl/Hannes Laister – von Ebbs (474 m) auf den höchsten Berg Tirols (3772 m) also. An einem Tag mit dem Rennrad über 180 Kilometer und 1800 Höhenmeter ins Pitztal, anderntags zu Fuß und mit den Ski über 15 Kilometer und 2100 Höhenmeter auf den Gipfel. „Es handelt sich um kein Rennen, Startnummer gibt es keine. Aber man geht an die Grenzen“, meint Initiator Kreidl zum Konzept des „Wildspitz Rush“, das mittlerweile Kreise zieht.

Dem Mann aus Neukirchen am Großvenediger war die Idee gekommen, als er einmal im Frühjahr nach einer Fahrt durch die Bergwelt auf einen Termin wartete. Firn und Sonnenschein, Rad und Ski – wie ließe sich das vereinen? In einer Stunde Wartezeit war die Rush-Serie geboren, Ableger finden sich mittlerweile in Oberösterreich (Linz – Dachstein), Salzburg (Grödig – Großvenediger), E-Rush (Starnberger See – Wald-Königsleiten), Deutschland Rush (Hamburg – Kitzbüheler Horn/6 Tage) und eben Tirol.

Auf dem Rennrad ging es im Pulk ins Pitztal.
© RushdieSerie/Ole Zimmer

Gut 40 Leute trafen sich kürzlich zur Generalprobe in Tirol, darunter bereits Rush-erfahrene Leute wie der Oberösterreicher Lukas Kaufmann. Ein wenig Stolz schwang mit, als er nach seinen Beweggründen für das Abenteuer gefragt wurde: „Jeder kann nicht mitmachen.“ Der passionierte Radler gehört hierzulande zu den Besten der Ausdauer-Szene, zuletzt kam er als Vierter des „Race around Austria“ ins Ziel. Doch auch Allrounder versuchten sich, um schließlich das Ziel zu erreichen. Selbst der Tiroler Extremsportler Axel Naglich, der mit seinen Expeditionen für Aufsehen in der Bergfilm-Szene sorgte, ließ sich mitreißen: „Radln, Skifahren, Bergsteigen – der Rush vereint alles, was ich in der Freizeit gerne tue.“

Rush, die Serie

Konzept: Hans-Peter Kreidl und Hannes Laister laden zu mittlerweile fünf Stationen ein:

  • Dachstein Rush (8./9.4.2021)
  • Wildspitz Rush (22./23.4.2021)
  • Venediger Rush (6./7.5.2021)
  • E-Rush (E-Bike, 18.–20.6.2021)
  • Deutschland Rush

Anmeldung: Für den Rush auf die Wildspitze im kommenden Jahr sind Anmeldungen über die Website bereits möglich. Infos etc: wildspitz-rush.at

Anforderung: Mit einem Rundum-sorglos-Paket, wie es Veranstalter Hans-Peter Kreidl formuliert, machen sich die Teilnehmer in Begleitung von (Berg-)Führern von Ebbs aus auf den Weg Richtung Wildspitze:

Zuerst mit dem Rennrad bis Mandarfen (180 km/1800 Höhenmeter), in weiterer Folge zu Fuß und mit den Tourenski Richtung Gipfel (15 km/2100 Hm). Das Material wird mit Begleitfahrzeugen mitgeführt.

Hans-Peter Kreidl und sein kongenialer Partner in der Organisation Hannes Laister (beide 46) wollen es aber nicht beim Probelauf belassen. Am 22./23. April kommenden Jahres will das Duo mit knapp 50 Leuten erneut auf die Wildspitze. Eine Idee, die auch Unterstützer wie MPreis-Geschäftsführer Peter Paul Mölk inspiriert. Und wenn die zweite Auflage 2021 nicht zustande komme, dann höchstens des Wetters wegen. Denn das Coronavirus scheint der Rush-Serie letztlich wenig anhaben zu können: „Dass wir es geschafft haben, heuer fünf Events über die Bühne zu bringen, das hätte im März keiner geglaubt“, meinte ein glücklicher Ideenspender Kreidl am Wildspitz-Gipfel.

Die Teilnehmer durften sich am Gipfel gratulieren. Der Neuschnee der vergangenen Tage entlohnte sie für so manche Strapaze zuvor, die Auflage 2021 kann kommen.
© RushdieSerie/Ole Zimmer

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