Intersport Okay: Klier investiert Millionen in größtes Sporthaus im Alpenraum

Wintersport-Tirol-AG-Vorstand Reinhard Klier eröffnet einen neuen Intersport Okay beim Dez. Er erwartet im Verleihgeschäft Einbußen.

© Thomas Boehm / TT

Intersport Okay ist inzwischen der dritte Sportartikelhändler, der in das Gebäude beim Dez in Innsbruck einzieht. Woran sind Ihre Vorgänger gescheitert und was wollen Sie besser machen, Herr Klier?

Reinhard Klier: Sport ­Eybl hat vor 14 Jahren den Standort errichtet und war dort erfolgreich. Dann hat das Unternehmen Sport Eybl insgesamt Probleme bekommen und wurde an SportsDirect verkauft. Die Briten sind als Diskonter eine andere Strategie gefahren und waren offensichtlich mit dem Standort unzufrieden. Wir wollen den Standort wieder erfolgreich machen. Im Gegensatz zu SportsDirect kennen wir als Intersport Okay den Tiroler Markt auch sehr gut.

Reinhard Klier studierte Geologie an der Universität Innsbruck. Mit 25 Jahren schloss er das Studium ab, besuchte einen Lehrgang am MCI und stieg im Jahr 2006 mit 26 Jahren in das Familienunternehmen ein. Seit 10 Jahren ist Klier im Vorstand der Wintersport Tirol AG.
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Wie planen Sie den Standort wieder nach oben zu bringen?

Klier: Wir haben uns gefragt, was will der Kunde. Er wünscht sich ein Qualitätssortiment, freundliche sowie kompetente Mitarbeiter und einen guten Preis. Dann gibt es den Wohlfühlfaktor, der durch die Innenarchitektur beeinflusst wird. Wir stellen die Dienstleistung in den Mittelpunkt: Eine Schneiderin führt Reparaturen und Änderungen durch. Die Werkstatt für Fahrräder ist prominent im Erdgeschoß platziert. Es gibt eine Boulderwand und vieles mehr. Wir decken alle Bereiche ab, die Bergsportbezug haben. Dazu gehören u. a. Skitourengehen, Alpin-Skifahren, Biken aber auch Running oder Fitness. Mit 5600 Quadratmetern ist die neue Filiale das größte Sporthaus in Tirol und dem Alpenraum.

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Wie viel haben Sie ins Gebäude investiert?

Klier: Wir haben alles verändert, angefangen vom Bodenbelag bis hin zum Licht. Die Investition beläuft sich auf 3 Millionen Euro. Jetzt ist beinahe alles fertig, wir freuen uns auf die Eröffnung am 21. Oktober.

Wintersport Tirol AG

Die Wintersport Tirol AG gliedert sich in die Bereiche Stubaier Gletscher, Handel und Immobilien. Der Gruppenumsatz beträgt 92 Millionen Euro, davon werden 50 Millionen im Sporthandel erwirtschaftet. Mitarbeiter: 550 Ganzjahresäquivalente.

Wie sehen Sie den Markt für Sportartikel in Tirol?

Klier: Der Markt ist sehr dicht besetzt. Ohne die hohen Pro-Kopf-Ausgaben der Tiroler für Sportartikel müsste man den Innsbrucker Markt als überbesetzt abhaken. Aber so funktioniert er noch. In den Tälern dominiert das Verleih-Geschäft. Das wird heuer wahrscheinlich massiv von der Corona-Krise getroffen werden.

Der Standort beim Dez ist Ihr 13. Sind weitere geplant?

Klier: Wir eröffnen im Dezember einen Rent-Standort in der neuen Talstation der Salvistabahn in Itter. Weitere Standorte in Städten jedoch halten wir nicht für sinnvoll.

Wie ist das heurige Geschäftsjahr verlaufen?

Klier: Der Sportartikelhandel konnte nach dem Lockdown sehr viel Geschäft aufholen, auch investierten Menschen geplante Urlaubsausgaben in Sportgeräte. Daher schlossen wir unser Geschäftsjahr (Ende August, Anm.) auf Vorjahresniveau ab. Im laufenden erwarten wir ein deutliches Minus im Rent-Geschäft, aber eine stabile Entwicklung in den Stadtfilialen.

Sie sind ja auch Geschäftsführer des Stubaier Gletschers. Was halten Sie davon, dass sich die Axamer Li­zum eine Ausnahme von der Betriebspflicht wünscht?

Klier: Grundsätzlich verstehe ich diese Vorsichtsmaßnahme. Denn eine Betriebspflicht ist ein Unikum der Seilbahnbranche. Ein Restaurant oder Hotel kann ich hingegen einfach zusperren, wenn keine Gäste kommen. Der Stubaier Gletscher ist ja schon in die Saison gestartet. Aufgrund der guten Verhältnisse sind sogar mehr Anlagen in Betrieb als vergangenen Oktober. Wir haben Sparmaßnahmen geplant und hoffen so durch die Saison zu kommen.

Das Gespräch führte Frank Tschoner


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