Bank ortet 1,34 Mio. Euro Schaden durch Tiroler Privatkundenbetreuerin

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➤ Von der Telefonistin zur Privatkundenbetreuerin hatte sich eine 44-Jährige über 17 Jahre in einem Innsbrucker Geldinstitut hochgearbeitet. Damit wuchs die Verantwortung. So hatte die Frau an die 250 Kunden und damit verbunden Beträge von insgesamt 160 Millionen Euro betreut. Wohl zu viel Last auf den Schultern. Dies mündete ab 2013 in psychotherapeutischer Behandlung mit depressiven Anpassungsstörungen bei Belastungsfaktoren.

2017 führte dies erst zur Auflösung des Dienstverhältnisses, zwei Monate später zur fristlosen Entlassung. Der Nachfolger der Frau hatte nämlich gleich mehrere Ungereimtheiten bei den zuletzt 220 Kunden festgestellt – und zwar solche, die für die Bank richtig ins Geld gehen. So waren erst 51 Sparbücher durch überhöhte Verzinsung aufgefallen. Anstatt 0,2 Prozent hatte die Bankerin zwei Prozent zugestanden. 25 von diesen waren gestern am Landesgericht beim Untreueprozess gegen die 44-Jährige noch anklagegegenständlich. Schaden laut Staatsanwalt Markus Grüner: 401.525 Euro.

Dazu war es laut Bank auch noch zur unerklärlichen Auszahlung von Kundengeldern über 941.213 Euro gekommen. Bis zu zehn Jahre Haft drohen für so einen Millionenschaden. Die Angeklagte gestand vor Richter Norbert Hofer eventuelle Fehler bei der Verzinsung zu. Niemals habe sie aber vorsätzlich nur einen Cent zu viel zugestanden oder sich gar selbst bereichert. Verteidiger Thomas Praxmarer kritisierte hingegen völlig einseitige Ermittlungen nur gegen die Person seiner Mandantin, dazu Dauerdruck und Mobbing seitens der Bank. Richter Hofer zeigte hingegen gleich mehrfach verdächtige Geldbewegungen auf Privatkonten der Angeklagten auf. Der Prozess geht über drei Tage. Das Urteil wird am Montag erwartet.

➤ Drum prüfe, wer sich bindet – lautet wohl die Conclusio zu einer angeklagten Untreue in der Hotelbranche. Hierbei hatte ein Tiroler die Funktion des handelsrechtlichen Geschäftsführers – ohne konkrete Lohnvereinbarung – für ein italienisches Konsortium übernommen. Die angeklagte Selbstanweisung von 278.000 Euro wird nun als Untreue angelastet. Es wurde vertagt. (fell)


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