Corona Centrum Innsbruck: Fallverfolgung im Schichtbetrieb

Das Corona Centrum Innsbruck läuft seit einigen Tagen im Vollbetrieb. Die Landeshauptstadt will mit der Einrichtung das eigene Gesundheitsamt entlasten.

In der Messehalle E ist das neue Zentrum untergebracht. 60 bis 70 Mitarbeiter verfolgen hier Corona-Fälle nach.
© Rachlé/TT

Von Marco Witting

Innsbruck – In einer durchsichtigen Plastikschütte stapeln sich Donnerstagvormittag ausgedruckte DIN-A4-Seiten. Stunden zuvor war die Ablage noch leer. Dann kam die Nacht und mit ihr neue positive Fälle. Viele neue Fälle. Denn jedes Blatt steht hier im Corona Centrum Innsbruck für einen neu infizierten Bürger der Stadt.

Andrea Schwaighofer (Leiterin CCI): „Unsere Mitarbeiter müssen einerseits sehr akribisch sein und andererseits sehr kommunikativ.“
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Seit 12. Oktober hat das Team um Andrea Schwaighofer in der Messehalle E eine neue Heimat. Die komplette Fallbehandlung für die Landeshauptstadt läuft täglich von 7 bis 21 Uhr – insgesamt sind 60–70 Mitarbeiter im Schichtbetrieb im Einsatz und stellen dabei Absonderungsbescheide aus oder gehen den Infektionsketten nach. „Wir entlasten damit unser Gesundheitsamt“, sagt BM Georg Willi. Im End-Ausbau könnten die Kapazitäten so aufgestockt werden, dass bis zu 100 Fallbearbeiter tätig sind.

Doch dafür müssen diese erst eingeschult werden. Zehn Mitarbeiter der Stadt und zusätzlich 50 Praktikanten mit juridischem oder medizinischem Hintergrund hat man dafür bisher eingestellt. Neue Bewerber sind trotzdem noch willkommen. Das Anforderungsprofil? „Wir brauchen Menschen, die einerseits sehr akribisch und penibel arbeiten und andererseits sehr kommunikativ sind“, sagt Schwaighofer.

52 Cluster gibt es alleine in Innsbruck-Stadt derzeit – Tendenz stark steigend. Die schnelle Kontakt-Nachverfolgung bleibt deshalb weiterhin das Gebot der Stunde.

Vize-BM Hannes Anzengruber sagt, dass man die Nachverfolgung der Fälle „derzeit noch im Griff“ habe. Die Stadt habe sehr viel Geld in die Hand genommen, um das Contact-Tracing zu beschleunigen. Das neue Zentrum sei ein weiterer großer Schritt dorthin.

Doch was würde den Mitarbeitern eigentlich die Arbeit erleichtern? „Das ist eigentlich recht einfach. Die Menschen könnten sich nach einem positiven Ergebnis, bevor sie das Kontakt-Formular abschicken, genau überlegen, wie eng der Kontakt mit anderen Personen war und mit wem sie wirklich einen engeren Kontakt hatten. Dann wäre uns schon viel geholfen“, sagte Schwaighofer. Unkooperativ seien die wenigsten.


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