Feller zu Sölden-Absage: „Mit 95 Prozent zu fahren, war mir zu wenig“

Eine Vernunftsentscheidung: Der bandscheibengeplagte Manuel Feller verzichtet auf einen Sölden-Start. Der Weltcup-Winter ist für den Tiroler unterdessen nicht gefährdet.

Manuel Feller legte sich im Sommer ordentlich ins Zeug, wurde aber von seinem Rücken immer wieder gestoppt.
© gepa

Von Max Ischia

Sölden –Eine Tendenz hatte sich schon in den vergangenen Wochen abgezeichnet und doch rang sich Manuel Feller nach Rücksprache mit Trainern und Vertrauensleuten erst dieser Tage zum endgültigen Entschluss durch, auf einen Sölden-Start zu verzichten. Nicht, dass ein Antreten beim ersten Saison-Riesentorlauf am Sonntag (10/13 Uhr, live ORF eins) nicht möglich gewesen wäre, aber „ich möchte nicht mit 95 Prozent am Start stehen, sondern mit 100“, wie er im TT-Telefonat anmerkte. Und dies sei aufgrund fehlender Trainingstage nicht möglich gewesen. „Ich bin gar nicht so wenig Ski gefahren, aber wir haben vor allem auf die Technik geachtet. Was mir noch fehlt, sind harte Einheiten und Zeitläufe.“

Dass der Fieberbrunner diesbezüglich noch Aufholbedarf hat, liegt in erster Linie an seinem Rücken, der ihm gerade in den Sommermonaten zu schaffen gemacht hat. Insbesondere in der Lockdown-Phase hätten sich beim Heimtraining falsche Bewegungsmuster eingeschlichen – was sein ohnedies beleidigter Rücken (Bandscheibenvorfall am 4. Dezember in Copper Mountain/USA) nicht so schnell verzieh. „Ich hatte in der Folge immer wieder Probleme, konnte nur dosiert trainieren und bin deshalb noch nicht dort, wo ich gerne sein möchte.“

Dem 28-Jährigen spielt es dabei in die Karten, dass die nächsten beiden Riesentorläufe erst in eineinhalb Monate in Val d’Isere (5. und 6. Dezember) stattfinden und die ersten Saison-Slaloms überhaupt erst unmittelbar vor Weihnachten (21. Dezember Alta Badia, 22. Dezember Madonna di Campiglio) steigen. „Wäre wie gewohnt Levi ein paar Wochen nach Sölden gewesen, hätte ich vielleicht anders entschieden.“

So aber will Feller auch die Zeit arbeiten lassen, um Versäumtes nachzuholen. Im Gegensatz zum vergangenen Winter, als er fünf Wochen nach dem Bandscheibenvorfall ein Blitzcomeback gefeiert hatte, aber nicht mehr wunschgemäß in Schwung gekommen war. Dafür hatte er auch insbesondere in den sozialen Netzwerken geharnischte Kritik einstecken müssen. Schnee von gestern, Fellers Maxime von heute: „Nur starten, wenn ich wirklich fit bin.“

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