Ötzidorf hat die Saison schon abgebrochen

Starker Besuch in den Ferien, aber Einbrüche ab September – die Sorge um das Jubiläumsjahr wächst.

Im Sommer stand das Ötzidorf als Kulisse für eine Filmproduktion mit dem Urgeschichtler Univ.-Prof. Walter Leitner (r.) zur Verfügung
© Ötzidorf/Falkner

Umhausen, Tarrenz – Die Tiroler Ausflugsziele haben vom Corona-Sommer profitiert. Das bestätigen auch Leonhard Falkner, Chef des Ötzidorfes und des Greifvogelparks in Umhausen, und Alrun Lunger, Geschäftsführerin der Knappenwelt in Tarrenz. Beide sprechen von einem guten Sommer – allerdings nur, was die Zeit zwischen Mitte Juli und Ende August betrifft. Denn ab September brach der Zustrom ab: Das Ötzidorf machte am 4. Oktober still und leise Saisonschluss und auch die Knappenwelt hat bis 31. Oktober nur noch an Wochenenden geöffnet. „Es fehlen die Schulen und die Busse“, sagen die beiden Verantwortlichen und hoffen auf die kommende Saison und bessere Zeiten.

„Wir konnten im Hochsommer viele Tiroler und Österreicher begrüßen“, sagt Falkner. Wenn es etwas Positives an der Pandemie gebe, dann dass Österreicher Österreich kennen gelernt haben. „Alles danach war dramatisch.“ Jeder Euro musste nicht nur zweimal, sondern dreimal umgedreht werden, ein Drittel des Personals wurde heuer eingespart, statt sechs Monaten Saison gab es gerade einmal eineinhalb Monate. Öffentliche Hilfe gab es keine, weil man ein Verein sei, so Falkner. Wie viele Besucher heuer da waren, könne er noch nicht sagen. Normalerweise werden jährlich zwischen 45.000 und 50.000 Gästen begrüßt.

Eigentlich wollte man heuer in Umhausen 20 Jahre Ötzidorf feiern. Es gab große Pläne für neue Präsentationen. „Das haben wir jetzt alles ins kommende Jahr geschoben“, erklärt Falkner. Und das Jahr 2021 sollte noch etwas Besonderes werden, denn am 19. September jährt sich zum 30. Mal der Fund des Eismannes. „Wir planen jetzt einmal, am 1. Mai wieder aufzusperren“, gibt sich der Ötzdorf-Chef trotz unsicherer Aussichten betont optimistisch.

„Im Notbetrieb“ fährt auch die Knappenwelt Gurgltal. „Wir haben jetzt die letzten drei Wochenenden für die Einheimischen offen“, sagt Lunger. Denn auch im Sommer waren es vielfach Familien mit dem Tiroler Familienpass, die sich Zeit für die mittelalterlichen Bergbauwelten und die „Heilerin vom Strader Wald“ nahmen. Der Leerlauf in diesem Jahr werde auch genutzt, um sich für die Zukunft wieder attraktiv zu positionieren. (pascal)

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