Bei einem Grundstückspreis scheiden sich in Kirchberg die Geister

Unterschiedlicher Meinung ist man in Kirchberg über gut 400 Euro pro m2 für einen Baugrund – für die ÖVP zu teuer, für die SPÖ nicht.

Die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten auf dem Grundstück laufen bereits.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kirchberg i. T. – Eine „Erbschaft“ des alten Gemeinderates haben die Mandatare in Kirchberg nun aufzuarbeiten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung waren die so genannten Lappergründe Thema. Hier gab es eine 50/50-Lösung, also die Hälfte der Fläche darf frei verkauft werden, die andere Hälfte muss zu einem leistebaren Preis Einheimischen zur Verfügung gestellt werden. Da man sich lange nicht hinsichtlich der möglichen Bebauung der frei verkäuflichen Grundstücke einig war, hat sich das Ganze um Jahre verzögert. Doch nun wurde kürzlich ein Projekt der CGO präsentiert. Insgesamt sind es acht Grundstücke, welche für Kirchberger gedacht sind, in einer Größe von 308 bis 385 m2.

Zur Projektvorstellung waren 88 Personen eingeladen, diese hatten bei der Gemeinde ihr Interesse an einem Grundstück angemeldet. „Zur Präsentation sind dann 47 Personen gekommen“, schildert GR Peter Schweiger (Dei Hoamat Tourismus – Wirtschaft – Umwelt, ÖVP) dem Gemeinderat. Er ist Obmann des Sozial- und Wohnungsausschusses. Das Interesse der Kirchberger sei groß und die Informationsveranstaltung der CGO sehr informativ gewesen. „Verwundert bin ich allerdings vom Preis“, schildert Schweiger. So sei mit dem ehemaligen Grundstücksbesitzer vereinbart worden, dass die Grundstücke um 230 Euro/m2 verkauft würden. Doch dieser Preis stieg nun auf über 400 Euro.

Zum eigentlichen Quadratmeterpreis von 230 Euro kommen nämlich noch 152 Euro allgemeine Erschließungskosten hinzu. Darin beinhaltet sind unter anderem die Hangsicherung und ein Retentionsbecken. „Dann kommen noch die Erschließungskosten der Gemeinde dazu und damit sind wir auf über 400 Euro“, betont Schweiger. Ihm erscheint der Gesamtpreis damit sehr hoch.

Auch Gemeinderat Franz Heim (Unser Kirchberg, ÖVP) betont: „Der Preis ist viel zu hoch.“ Vizebürgermeister Andreas Schipflinger (Unser Kirchberg, ÖVP) schlägt in dieselbe Kerbe. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, warum die gesamten Erschließungskosten von den neuen Grundbesitzern getragen werden müssen. Hier müsse man in der Gemeinde noch einmal im Detail darüber sprechen, betont der Vizebürgermeister in der Sitzung.

Bürgermeister Helmut Berger (SPÖ) hingegen erklärt, dass der Grundstückspreis bei 230 Euro/m2 bleibe, die Erschließungskosten müssten aber immer vom Käufer getragen werden. Alle Kosten seien zudem transparent von der Firma CGO aufgelistet und nachvollziehbar. „In welcher Welt lebt ihr? Der Grundstückspreis ist sicher nicht zu hoch, alles andere ist Populismus“, schießt Berger in Richtung der VP-Listen und unterstreicht: „Der Preis schreckt mich nicht.“ Auch habe er von den bei der Präsentation anwesenden Inte­ressenten bisher keine negative Aussage zum Preis gehört.

Auch Schweiger bestätigt, dass es hier keine Einwände gebe. Es wurden inzwischen 20 der ausgegebenen Fragebögen abgegeben, die Frist läuft noch eine Woche.


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