Berliner Start-up "Share" will auch in Tirol beim Einkaufen Spenden ermöglichen

Mit dem Kauf von „Share“-Produkten soll geholfen, sollen aber auch junge Menschen zum Spenden animiert werden.

Zum Welternährungstag präsentierten die Share-Gründer Sebastian Stricker (l.) und Iris Braun sowie Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner die „Share dein Brot Challenge“.
© Husar

Von Verena Langegger

Innsbruck, Berlin – Einkaufen muss eigentlich jeder, dabei Gutes tun kann, wer Produkte kauft, wo „Share“, also das englische Wort für „Teilen“ draufsteht. „Share“ ist auch der Name des Berliner Start-ups, das – 2017 gegründet, 2018 in Deutschland und 2019 in Österreich gestartet – den Hungernden in aller Welt, aber auch den sozial Schwachen in Österreich helfen will. Der Plan klingt verblüffend einfach. „Wer ein Produkt kauft, spendet ein weiteres“, erklärt Geschäftsführerin Iris Braun. Braun und ihr Mitgründer Sebastian Stricker wissen, wovon sie reden. Beide haben für das Welternährungsprogramm gearbeitet, sie wissen, was in der Dritten Welt fehlt – Nahrung, Wasser, Hygieneartikel – und wie billig (für westliche Verhältnisse) Mahlzeiten etwa in Afrika sind. Auch im eigenen Unternehmen sind Braun und Stricker sparsam. „Was andere Unternehmen in Marketing stecken, wird bei uns auch direkt in Hilfsprojekte gesteckt.“

Das Start-up setzt auf Transparenz. Wer etwa einen Snackriegel kauft, kann über das Abscannen des QR-Codes mit dem Smartphone sehen, welches Hilfsprojekt er gerade mit einer lokalen unterstützt. Finanziert wird ein Projekt für Kleinkinder stillender Mütter in der Sahelzone ebenso wie die Caritas-Hilfe für Obdachlose oder die SOS-Kinderdörfer.

Mit der Offenheit und der unkomplizierten Möglichkeit zu spenden will Share vor allem junge Menschen ansprechen. Denn gespendet werde eher von der Generation 50 plus, weiß Braun. Neue Spendergruppen müssten erschlossen werden. Und auch viele Händler unterstützen Share gerne und vertreiben die Share-Produkte in ihren Sortiments. Mittlerweile gibt es bereits 45 Produkte, mit denen gleichzeitig geholfen werden kann. Produziert werden diese von lokalen Unternehmen. In Tirol etwa vom Seifenhersteller Walde. Zum Welternährungstag am 16. Oktober präsentierte die Bäckerei Baguette von MPreis ihre „Share dein Brot Challenge“.

Im Sortiment sind Snack-Riegel und Mineralwasser ebenso wie Reis. Gesucht werden nun Betriebe, die eine nachhaltige Produktion von Shampoo und Duschgel ermöglich. Denn „die Produkte unterstützen nicht nur Projekte, sie sind auch – wenn möglich – fair und ökologisch hergestellt“, sagt Braun. Und die Idee rechne sich auch, sagt die Geschäftsführerin.

Seit 2018 wurden 40 Millionen Produkte geteilt und damit 800.000 Menschen weltweit erreicht. In Österreich waren es bei der Einführung der Produkte vor rund einem Jahr eine Million Produkte, allein über die Caritas wurden 230.000 Essens-Portionen verteilt. Für den Winter sollen Schals und Mützen verkauft werden.


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