Hoffnung für insolvente Achenseebahn: Sie wird jetzt aufgefangen

Laut Gutachten ist die Bodenbelastung entlang der Gleise geringer als erwartet. Land, Gemeinden und Zillertalbahn sollen eine Auffanggesellschaft bilden.

Für die in die Insolvenz gedampfte Achenseebahn gibt es einen Hoffnungsschimmer. Eine Auffanggesellschaft soll gegründet werden.
© Thomas Boehm / TT

Jenbach – Im Frühjahr schlitterte die Achenseebahn mit 1,4 Millionen Euro in die Insolvenz. Im Sommer hat das Land Tirol dann die ursprünglich zugesagten 3,4 Millionen Euro für die Sanierung der Eisenbahninfrastruktur auf Eis gelegt, schließlich wollte sie keine Haftungsrisiken eingehen. Für den Teilbetrieb werden jedoch 700.000 Euro zugeschossen, damit die Konzession nicht verloren geht.

Das Insolvenzverfahren ist beim Landesgericht Innsbruck noch anhängig, die Zukunft der 130 Jahre alten Bahn steht seit Monaten auf wackeligen Beinen. Doch schon seit Monaten gibt es Überlegungen, dass die Dampf-Zahnradbahn nach Abschluss des Insolvenzverfahrens weitergeführt wird, aber unter neuen Vorzeichen. Dazu soll eine eigene Gesellschaft gegründet werden. Doch das Damoklesschwert von umfangreichen Sanierungen des durch den Dampfbetrieb kontaminierten Bodens schwebte bisher über diesen Überlegungen. Von 50 bis 100 Millionen Euro, die möglicherweise für die nötige Renaturierung aufgewendet werden müssten, war die Rede.

Das Land Tirol hat deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem die Situation entlang der 6,8 Kilometer langen Strecke untersucht werden sollte. Die Ergebnisse liegen jetzt vor und sind besser als erwartet. Sie gelten als Basis für die Verhandlungen über die Gründung einer Auffanggesellschaft.

So ist laut TT-Informationen die Kontamination auf der Gleisanlage relativ gering und kann durch die bestehenden Instandhaltungsarbeiten „saniert“ werden. Einzig an den Haltestellen sind die Belastungen größer, heißt es. Alles in allem dürfte es finanziell überschaubar sein. Deshalb werden jetzt konkrete Verhandlungen über eine Nachfolgegesellschaft geführt.

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Das Land Tirol wird federführend dabei sein, die Gemeinden sollen ebenfalls mit an Bord geholt werden. Eckpfeiler der Auffanggesellschaft wird allerdings die Zillertalbahn sein, dadurch würden sich darüber hinaus viele Synergien ergeben. Schlussendlich wird die Gesellschaft ein Angebot zur Übernahme vorlegen.

Damit die Achenseebahn künftig zwischen Jenbach und Maurach/Seespitz zukunftsfit dampft, müssen wohl zehn bis 15 Millionen in den Bestand investiert werden. Im nächsten Jahr wird es wohl keinen Betrieb geben, die Konzession läuft übrigens 2024 aus. (pn)


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