„steirischer herbst“ feiert Erfolg mit „Paranoia TV“

Die Macher des „steirischen herbsts“ haben am Freitag zufrieden Bilanz gezogen. „Wir haben mit dem kompletten Umdeuten den Nerv der Zeit getroffen“, verkündete Intendantin Ekaterina Degot erfreut. Das Festival, das als „Paranoia TV“ großteils virtuell stattfand, verzeichnete laut Degot großen Zuspruch. Der Fokus lag mit 55 Auftragsarbeiten von über 50 Kunstschaffenden auch heuer auf Neu- und Eigenproduktionen, hieß es anlässlich der Abschluss-Pressekonferenz.

Der steirische herbst musste heuer ab März wegen der Einschränkungen durch Corona-Maßnahmen sein Programm komplett ändern und weitgehend auf andere Formate ausweichen. „Wir haben wichtige neue Genres und hybride Formen entdeckt“, zeigte Degot die positive Seite der Änderungen auf. Entstanden ist der fiktive Medienkonzern „Paranoia TV“, der Talkshows, Serien, Filme und Online-Spiele anbot. Rund 25.000 Besucher aus 117 Ländern haben 65.863 Mal darauf zugegriffen.

Auch die Livestreams und deren Aufzeichnungen auf Facebook erfreuten sich großer Beliebtheit, ungefähr 11.500 Menschen sahen sich diese Arbeiten an. Die „künstlerischen Interventionen und Installationen“ wie Akinbode Akinbiyis Fotoautomat wurden von 8.000 Interessierten besucht. Aber auch das Parallelprogramm wie das Literaturfestival „Out of Joint“ im Grazer Literaturhaus brachte es auf mehr als 20.000 Zuschauer.

Aufgrund des großen Erfolges von „Paranoia TV“ wurde beschlossen, die App und die Website bis 31. Dezember zu betreiben. Die Inhalte werden dann insgesamt 100 Tage lang abrufbar gewesen sein. Auch der Fotoautomat wird weiter in Funktion bleiben, allerdings in Berlin bei Savy Contemporary. In Graz haben sich in diesem Automat rund 3.000 Personen ein Foto von sich kombiniert mit Stadtbildern ausdrucken lassen.

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In einigen Monaten soll eine Publikation erscheinen, die sich vertiefend mit den Festivalthemen auseinandersetzt. Der Band bringt philosophische, historische und künstlerische Texte, die dafür in Auftrag gegeben wurden. In welcher Form das nächste Festival geplant wird, konnte Ekaterina Degot am Freitag noch nicht sagen. Fest steht, dass es von 23. September bis 17. Oktober 2021 stattfinden wird.


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