Risse an Häusern in Habichen unter der Lupe: Sprengung von Stollen schuld?

Seit für den Druckstollen des Kraftwerkes Tumpen gesprengt wird, stellen Hausbesitzer in Habichen Schäden fest. Deren Ursachen werden untersucht.

Im Oetzer Ortsteil Habichen entstanden über den Sommer Gebäudeschäden im Umfeld der Baustelle für den Triebstollen des KW Tumpen.
© Parth

Von Alexander Paschinger

Oetz – Die Arbeiten für das Kraftwerk Tumpen-Habichen sind im vollen Gange. Vor dem Sommer wurde mit dem Triebwasserstollen begonnen – und seitdem hören und spüren die Anrainer in Habichen nicht nur die Sprengungen, sondern bemerken auch Veränderungen an den Häusern. Die Schäden und Risse wurden mittlerweile der Gemeinde Oetz gemeldet. Fünf bis sechs Hauseigentümer seien vorstellig geworden, „alles sehr unaufgeregt, wir haben das weitergeleitet“, betont er. „Die ausführende Firma hat einen Sachverständigen beauftragt, die Schäden zu begutachten“, teilte BM Falkner im September seinem Gemeinderat mit. Die betroffenen Anrainer warten nun auf das Ergebnis dieser Beweisaufnahmen und Untersuchungen.

Beinahe täglich werde gesprengt – einmal in der Früh, einmal am späteren Abend, erzählt ein Anrainer der TT. Er kann das nicht nur hören, sondern auch die Fenster geraten in Schwingungen. Ob seine Schäden mit den Detonationen zusammenhängen, will er nicht in den Raum stellen – aber der zeitliche Zusammenhang sei auffällig.

„Die Messungen, die wir haben, deuten nicht darauf hin, dass die Risse durch unsere Tätigkeiten entstanden sind“, sagt hingegen Klaus Mitteregger, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, die bekannterweise aus den Gemeinden Oetz und Umhausen, der Auer-Beteiligungs GmbH sowie der Tiwag besteht. Er gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass die Erdbeben von Land­eck Anfang August „nicht unerheblich waren. Die wiesen fünf- bis zehnmal so hohe Schwingungen auf, als durch unsere Sprengungen entstehen.“ Dem hält ein anderer Betroffener entgegen, dass Schäden bereits vor diesen Erdbeben festgestellt und dokumentiert worden seien.

Schon vor Baubeginn wurden seitens der Betreibergeschellschaft im Nahbereich der Baustelle die Gebäude – wie üblich – beweisgesichert, betont Mitteregger. Jenseits der Ötztaler Ache, von wo nun Meldungen erfolgten, hatte man sich keine Folgeschäden erwartet, meint BM Falkner. Er kann sich an das von Mitteregger erwähnte Erdbeben gut erinnern: „Man hat sofort gemerkt, dass das keine Sprengung ist.“

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Mitteregger betont seinerseits: Es würden jetzt einmal die Gutachten erstellt und damit die Ursache für die Risse in den betroffenen Gebäuden ermittelt. „Wenn das Schäden sind, für die wir verantwortlich sind, dann stehen wir natürlich dafür gerade.“ Dafür gebe es ja auch eine Versicherung.

Mittlerweile sind mehr als 600 der 860 Meter Triebstollen geschafft. Ende November, Anfang Dezember soll der Durchstich erfolgen.


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