210 Polizisten im Vorjahr im Dienst verletzt, kein Anstieg in Corona-Krise

Im Vorjahr gab es einen Anstieg bei den Verletzungen durch Fremdeinwirkungen. Durch die Corona-Krise ist die Zahl der Übergriffe auf Beamte aber gesunken.

Immer wieder werden auch Tiroler Beamte im Dienst verletzt – 100 Mal im Jahr 2019 durch Fremdeinwirkung.
© EXPA Pictures

Von Marco Witting

Innsbruck – Die Palette reicht von Knochenbrüchen, Prellungen, Schnittverletzungen bis hin zu Blutergüssen. 210 Polizisten wurden im Jahr 2019 im Dienst verletzt. Die Verletzungen durch Fremdeinwirkungen sind um sieben Prozent gegenüber 2018 gestiegen – insgesamt trugen 100 Tiroler Beamte durch Fremdeinwirkung eine Verletzung davon. Doch wer geglaubt hätte, dass die Aggression gegenüber der Polizei während der Corona-Krise weiter gestiegen ist, der irrt. Zumindest in den Zahlen der verletzten Beamten zeigt sich das nicht.

Das ergeben die Zahlen aus einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ an Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Vom 1.1.2020 bis zum Stichtag 6.8.2020 gab es in Tirol 107 Beamte, die sich im Dienst verletzten. 37 davon gingen auf Verletzungen durch Fremdeinwirkung zurück. „Wir liegen mit den Zahlen auf dem Niveau der Vorjahre“, sagt auch Manfred Dummer, Sprecher der Landespolizeidirektion Tirol. Auch während der Corona-Krise habe sich das nicht geändert. Die gesunkenen Zahlen während der Zeit führt die Polizei vor allem auf den Lockdown zurück – und darauf, dass dort schlicht und einfach weniger Einsätze zu bewältigen waren.

„Die Hemmschwelle ist sicher gesunken. Aber die Zahlen der Zwischenfälle sind seit 2015 konstant", sagt Manfred Dummer 
(Sprecher Polizei).
© Thomas Boehm / TT

„Sicher ist die Hemmschwelle gegenüber der Polizei über die Jahre gesunken. Das merken wir natürlich. In den vergangenen fünf Jahren blieben die Zahlen aber konstant“, erklärt Dummer.

Man merke auch, dass der Großteil der Bevölkerung die Corona-Maßnahmen „mittrage“, sagt Dummer. Wenn es dennoch aufgrund der Pandemie zu Problemen kommt, dann würde sich der Unmut zumeist verbal äußern und nicht durch tätliche Übergriffe.

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Die Polizeistatistik selbst unterscheidet übrigens nur zwischen leichten und schweren Körperverletzungen, wenn jemand die Beamten attackiert. Im Vorjahr gab es in Tirol diesbezüglich nur drei schwere Vergehen.

Im Jahr 2020 wurde übrigens bisher ein Beamter im Dienst schwer verletzt. Dazu kamen noch insgesamt 36 leichte Körperverletzungen gegenüber Polizisten.


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