Trump kritisiert Wissenschafter bei Wahlkampfauftritt

US-Präsident Donald Trump hat seinen Widerstand gegen den Rat von Wissenschaftern in der Corona-Pandemie verteidigt. „Hätte ich komplett auf die Wissenschafter gehört, hätten wir jetzt ein Land, das in einer massiven Depression wäre“, sagte Trump in Carson City im US-Bundesstaat Nevada am Sonntag (Ortszeit). Joe Biden kritisierte unterdessen in North Carolina Trump für dessen Umgang mit der Pandemie. „Es wird schlimmer und er lügt uns weiterhin über die Gegebenheiten an.“

Trump machte sich über seinen demokratischen Herausforderer Biden lustig, weil dieser verspricht, sich im Kampf gegen das Coronavirus am Rat der Wissenschafter zu orientieren. Wenig später warf Trump Biden vor, einen „unwissenschaftlichen Lockdown“ zur Eindämmung des Coronavirus zu verhängen, wenn er gewählt werde.

Gegen Trumps Behauptung vom Wochenende, die USA seien „über den Berg“, führte Biden an, dass die Zahl der Neuerkrankungen auf dem höchsten Stand seit Monaten sei. „Wie mein Großvater sagen würde: ‚Dieser Kerl hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, wenn er glaubt, dass wir über den Berg sind‘“, sagte Biden.

Am 3. November hätten die Amerikaner die Wahl zwischen einer „Trump-Super-Erholung“ der Wirtschaft und einer „Biden-Depression“, sagte Trump. Er warnte, mit Biden würden die Steuern steigen und Jobs ins Ausland abwandern. Dabei verspricht Biden, US-Firmen mit Strafsteuern von der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland abzuhalten und für niemanden Steuern zu erhöhen, der weniger als 400.000 Dollar (340.000 Euro) im Jahr verdient, wenn er gewinnt.

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Die Pandemie ist in den USA nach wie vor außer Kontrolle. Mehr als 8,1 Millionen Ansteckungen wurden seit Beginn nachgewiesen, fast 220.000 Menschen starben nach einer Infektion. Derzeit ist wieder ein Aufwärtstrend bei der Anzahl der Corona-Neuinfektionen pro Tag zu erkennen. Ungeachtet dessen rief Trump die Bundesstaaten am Sonntag zur vollständigen Öffnung auf.

Der prominente US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci sagte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CBS: „Ich glaube, im tiefsten Innern glaubt der Präsident an die Wissenschaft. Wenn er es nicht täte, hätte er seine Gesundheit nicht den sehr kompetenten Ärzten im Walter-Reed-Militärkrankenhaus anvertraut.“ Trump war Anfang Oktober positiv auf das Coronavirus getestet und anschließend für drei Tage im Krankenhaus behandelt worden.


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