Neue Feuerpause in Berg-Karabach offenbar weiterhin brüchig

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach ist die vereinbarte neue Feuerpause offenbar weiterhin brüchig. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev schrieb am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter, seine Armee habe 13 von Armenien besetzte Dörfer befreit. Zugleich warf er dem verfeindeten Nachbarland vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. In der Nacht auf Montag habe es Artilleriefeuer auf aserbaidschanische Siedlungen und Stellungen gegeben, so Aliyev.

Die Behörden in Berg-Karabach machten Aserbaidschan für Angriffe im Norden und Süden der Konfliktregion verantwortlich. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um den Beschuss „zu unterdrücken“. Die Lage sei unter Kontrolle. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Konfliktparteien nur schwer überprüfen.

In der Nacht auf Sonntag war eine „humanitäre Waffenruhe“ in Kraft getreten. Allerdings meldeten beide Länder bereits Stunden danach Verstöße dagegen. Bereits am Samstag vor mehr als einer Woche hatten sich beide Seiten unter Vermittlung Russlands auf eine Feuerpause verständigt, die aber nicht eingehalten wurde.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region mit etwa 145.000 Bewohnern. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.

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