Neuer Kiwanis-Präsident im Zillertal: „Ich will einen Beitrag leisten“

Ludwig Glaser aus Stumm ist neuer Kiwanis-Präsident im Zillertal. Doch das ist nur eine von vielen Aufgaben, die er innehat. Mit viel Humor, Empathie und großem Netzwerk will er anderen helfen und sich engagieren.

Ludwig Glaser verbringt seine wenige Freizeit am liebsten bei einem Sonnenaufgang auf einem Berggipfel – wie hier am Hamberg.
© Kiwani Zillertal

Von Eva-Maria Fankhauser

Stumm i. Z. – Egal, wie schwierig die Situation gerade ist oder wie viele Sorgen anderer auf ihn einprasseln, eines verliert der Stummer Ludwig Glaser wohl nie: seinen ausgeprägten Sinn für schwarzen Humor. Er hat immer einen „guten Schmäh“ auf den Lippen und versucht so auch anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Denn Hilfsbereitschaft und Engagement stehen bei ihm ganz oben.

Hans Prückl (l.) übergab kürzlich die Kiwanis-Präsidentschaft im Zillertal an Ludwig Glaser. Der Stummer hat jede Menge Ehrenämter inne.
© Kiwani Zillertal

Das beweist er derzeit als frischgebackener Kiwanis-Präsident im Zillertal. „Als Serviceclub geht es uns darum, persönliche Zeit für andere zur Verfügung zu stellen“, erklärt Glaser. Sprich: dort helfen, wo man gebraucht wird. Laut ihm sei es aber gar nicht so einfach mit dem Helfen. „Es melden sich gar nicht so viele Leute bei uns. Das könnte ruhig mehr werden. Jeder kann mit seinen Anliegen zu uns kommen“, erklärt er. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Unterstützung. „Wir haben ein weltweites Netzwerk und können oftmals damit schon viel tun, wenn man zum Beispiel den Kontakt zu einem Arzt oder Unternehmen für jemanden herstellen kann“, sagt Glaser. Egal ob finanzieller Engpass, Unfall, unerwarteter Todesfall oder andere Härtefälle – man schaue sich jede Anfrage genau an und helfe, wo es nur geht. „Besonders alleinerziehende Mütter haben es oft nicht leicht. Aber viele melden sich nicht, weil sie nicht wissen, dass wir da auch helfen, oder daran festhalten wollen, dass sie es alleine schaffen müssen“, weiß der Kiwanier. Über Mail oder Facebook könne man direkt und anonym sofort Hilfe erhalten. „Doch viele sind zu stolz oder trauen sich nicht. Das möchte ich ändern und offensiver angehen“, erklärt er.

Das neue Ehrenamt reiht sich in eine lange Liste. Denn der Stummer ist ein regelrechter Tausendsassa, wenn es um solche Tätigkeiten geht. Die Palette reicht vom Gemeindevorstand und EU-Gemeinderat über den Wirtschaftsbund, Ortsparteivorstand oder Obmann des Bezirkstheatervereins bis hin zur Mitgliedschaft bei Stummer Schrei, Faschingsgilde und Schützen.

Warum tut man sich das an? „Mir ist gesellschaftliches Engagement sehr wichtig und ich will einen Beitrag leisten“, sagt Glaser im TT-Gespräch. Mit einem breiten Grinser und einem lockeren Achselzucken fügt er hinzu: „Ich tu’ das wirklich gern.“ Die vielseitige und aktive Mitgliedschaft habe ihm auch schon viel gebracht. „Ich konnte eigene Ideen umsetzen, hatten viel Austausch mit den unterschiedlichsten Menschen, konnte mir ein tolles Netzwerk aufbauen und in solchen Tätigkeiten kann man halt auch mal was verändern, wenn einen was stört“, sagt Glaser. Viel mitnehmen konnte er vor allem vom Theater, wo er neben selbstsicherem Auftreten und dem Reden vor vielen Menschen auch ein Organisationsgeschick erlernt hat. Es gebe aber auch Schattenseiten. Denn neben der Büroarbeit im Familienbetrieb verschlingen die vielen Ämter und Mitgliedschaften viel Zeit. „Und man eckt halt auch mal an, aber man lernt, mit dieser Kritik umzugehen“, sagt er.

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Für den Tausendsassa geht es aber nicht darum, bei möglichst vielen Vereinen dabei zu sein: „Ich wünsche mir, dass die Leute wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen und aufeinander zugehen, dazu muss man in keinem Verein sein. Aber man kann dadurch viel dazu beitragen.“ Auf die Frage, ob er ein Samariter-Gen in sich trage, antwortet er lachend: „Definitiv! Ich stelle das Wohl anderer oft über mein eigenes.“


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