Hang in Reith wird erst in mehreren Wochen wieder sicher sein

Die Situation nach dem Felssturz in Reith i. A. bleibt angespannt. 1000 m³ Geröll müssen geräumt werden. Eine Familie darf bis dahin nicht nach Hause.

Der Schuttkegel ist deutlich sichtbar. Mehrere hundert Kubikmeter Fels haben sich im Bereich Reither Kogel gelöst. Der Großteil kam oberhalb der Siedlung zum Liegen und muss nun geräumt werden.
© ZOOM.TIROL

Von Jasmine Hrdina

Reith i. A. – Unsicher bleibt die Lage rund um den Felssturz in Reith im Alpbachtal. Eine fünfköpfige Familie darf ihr Haus weiterhin nicht betreten (die TT berichtete) – und die Analyse der vergangenen Tage lässt wenig Spielraum für Optimismus.

In dem „Becken“ unterhalb des Bereiches am Reither Kogel, wo sich am 13. Oktober mehrere hundert Kubikmeter Fels gelöst hatten und in Richtung Wohnhäuser donnerten, staut es sich. Ludwig Moser, Amtsleiter in Reith, berichtet von 1000 Kubikmetern Geröll, die sich hinter einem vorhandenen Schutzzaun gesammelt haben. „Die Lage ist sehr instabil“, fasst Moser zusammen.

Einige Brocken, teilweise so groß wie ein Kleinfahrzeug, stürzten auf das Haus einer Familie, bahnten sich ihren Weg über die Garage in die Einfahrt. Der Großteil der Gesteinsmassen kam aber im Bereich des Schutzwalls oberhalb des Gebäudes zum Liegen. Erst die Erkundungstouren und Untersuchungen der Geologen und verschiedener Sachverständiger offenbarten in den vergangenen Tagen das Ausmaß des massiven Felssturzes.

Dieses Becken muss nun geräumt werden – und das wird aufgrund der instabilen Lage schwierig, wenn nicht gefährlich, meint Moser. „Einige Felsenteile sind über zehn Kubikmeter groß.“ Man werde zu Sprengstoff greifen und zuvor erst einmal einen Weg dorthin schaffen müssen. Im unteren Bereich bleibe es nicht erspart, den Wald zu roden. Naturschutz- und Forstabteilung des Landes seien informiert.

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Am Zug sind nun die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung. „Das wird jedenfalls keine Horuck-Aktion“, rechnet Moser vorsichtig damit, dass die Arbeiten jedenfalls noch den ganzen Oktober und November in Anspruch nehmen werden. Wirklich abschätzen ließe sich das im Moment schwer. Auch das Wetter habe darauf Einfluss. „Wenn das Geröll durchfeuchtet wird, wird es noch instabiler. Dann kann man nicht arbeiten.“

Wochen, in denen die Familie ihrem Zuhause weiter fernbleiben muss. Auch die benachbarte Lagerhalle darf nicht betreten werden.

Ein wenig Zuversicht gibt Moser mit auf den Weg: Der Bruchbereich selbst dürfte „vorübergehend gesichert sein“. Die Flanken wurden geräumt und gesäubert, es haben sich bisher keine neuen Klüfte gebildet.


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