Bahnhofsprojekt in Mayrhofen wird auf Eis gelegt

Weil der TVB Mayrhofen-Hippach mit seinem Aufsichtsratsbeschluss die Realisierung des Zillertaler Mobilitätsplans stoppt, sehen die Zillertaler Verkehrsbetriebe vom Neubau des dortigen Bahnhofs vorerst ab.

Auch die geplante Wasserstoffanlage (Foto) ist Teil des Mayrhofner Bahnhofsprojektes.
© Zillertaler Verkehrsbetriebe

Von Angela Dähling

Mayrhofen – Das Nein des Mayrhofner Tourismusverbandsaufsichtsrates zur Ortstaxenerhöhung für den Zillertaler Mobilitätsplan bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Mayrhofner. Das haben die Zillertaler Verkehrsbetriebe GmbH (ZVB)am Montag bei ihrer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung beschlossen. Durch das „Nein“ aus Mayrhofen werde der Planungs- und Umsetzungsprozess des Zillertaler Mobilitätsplans abrupt abgebremst, erklärt ZVB-Aufsichtsratsvorsitzender Franz Hörl. In der zweistündigen Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten rund um den Bahnhof Mayrhofen sofort einzustellen.

„Das Mayrhofner Bahnhofsprojekt benötigt eine Sonderfinanzierung, denn es ist samt der dort geplanten Wasserstoffanlage nicht im Mittelfristigen Investitionsprogramm (MIP) für 2021 bis 2025 budgetiert“, erläutert ZVB-Vorstand Helmut Schreiner. Geplant war, das Projekt samt Sonderfinanzierung vorzuziehen. Doch davon rücken die ZVB jetzt ab.

Die Vorbereitungsarbeiten zur Umsetzung des Bahnhofs sollen erst wieder reaktiviert werden, wenn sich der TVB Mayrhofen-Hippach doch noch für die Erhöhung der Ortstaxe um 1,25 Euro pro Person und Nacht zur Finanzierung des Mobilitätsplans ausspricht. Das könnte bei einer neuerlich anberaumten Aufsichtsratssitzung nach Allerheiligen der Fall sein. Zudem fordern die ZVB eine ausgearbeitete, zukunftsträchtige Lösung hinsichtlich der Neugestaltung der B169 samt Notwegekonzept und die erforderlichen Vorverträge mit den Eigentümern der für den Bahnhofsbau benötigten Grundstücke.

Was weiterläuft

Durch das MIP abgedeckt und weiterverfolgt werden: Trimodaler Güterverkehr-Terminal in Jenbach (jährlich 20.000 Lkw-Ladungen Holz sollen auf die Schiene verlagert werden), zweigleisiger Ausbau im Bereich Schlitters-Gagering, Erneuerung des Bahnhofs Fügen samt Bau einer Parkgarage, Trassenverlegung beim Camping Kaltenbach, Fußgängertunnel am Bahnhof Kaltenbach, Trassenverlegung auf der Strecke Zell-Aschau samt neuer Haltestelle Rohrberg/Zillertal Arena, Modernisierung vom Zeller Bahnhof inkl. P&R-Anlage und Adaptierung der Ortsdurchfahrt, Austausch der Weichensteuerungsanlage, Instandhaltungsarbeiten der bestehenden Eisenbahninfrastruktur.

Damit liegt der Ball bei der Marktgemeinde Mayrhofen, die das Nein des TVB-Aufsichtsrates nun auszubügeln hat. Bürgermeisterin Monika Wechselberger steht voll hinter dem Zillertaler Mobilitätsplan. Laut ihr gebe es inzwischen einen Vorvertrag mit einem der wichtigsten Grundeigentümer.

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Obwohl auch vom TVB Zell-Gerlos noch kein Beschluss zur Ortstaxenerhöhung vorliegt und auch im vorderen Zillertal die TVB-Mitglieder nach der positiven Empfehlung des Aufsichtsrates noch nicht abgestimmt haben, verfolgen die ZVB zahlreiche Infrastrukturprojekte weiter (siehe Factbox). Denn diese werden – im Gegensatz zum Bahnbetrieb und den Zuggarnituren – über das laufende (MIP) finanziert. Helmut Schreiner ist wichtig klarzustellen, dass die neuen wasserstoffbetriebenen Triebwagen noch nicht bestellt sind und dass die Wasserstoffanlage in die Landschaft eingebettet werden soll. BM Wechselberger ergänzt: „Die Anlage ist kleiner als der neue TVB-Bauhof.“ Die Verantwortlichen der Zillertaler Verkehrsbetriebe AG hoffen trotz allem auf ein Einlenken in Mayrhofen. „Es wäre eine Jahrhundertchance, die das Zillertal liegen lassen würde“, meint Hörl.


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