Nach Tiroler Bildungsgipfel: Kleine Zugeständnisse im Oberstufen-Lockdown

Nach dem Bildungsgipfel kommen Erleichterungen für Maturaklassen, Schularbeiten und fachpraktischen Unterricht. „Gemischte Gefühle“ herrschen bei Elternvertretern.

Noch am Montag demonstrierten verärgerte Schüler, Lehrer und Eltern gegen den Heimunterricht für die Oberstufe in vielen Tiroler Bezirken.
© Thomas Boehm / TT

Von Manfred Mitterwachauer und Benedikt Mair

Innsbruck – Der De-facto-Lockdown für die Oberstufenschüler samt Heimunterricht in den Bezirken Landeck, Imst, Innsbruck-Land, Innsbruck, Schwaz und Kufstein hat Brisanz. Der Unmut unter Schülern, Eltern wie Lehrern ist groß. Am Montag demonstrierten Schüler am Landhausplatz für ihr Recht auf Vor-Ort-Schule.

Ich kann die Sorgen und Ängste nachvollziehen. Alle Maßnahmen habe ich mit Minister Faßmann abgesprochen.
Beate Palfrader (Bildungs-Landesrätin, VP)

Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) stellte sich gestern deshalb zusammen mit Bildungsdirektor Paul Gappmaier und Vertretern der Landessanitätsdirektion den Schüler-, Elternvertretern sowie Schulleitungen und Lehrerschaft im Landhaus. Nach eingehender Diskussion, aber in Summe einem „guten Gespräch“, habe man folgende Präzisierungen wie neue Erleichterungen erreichen können, berichtet Palfrader:

◼️ Der Präsenzunterricht für Matura- wie Abschlussklassen ist weiterhin möglich. Hierfür müssen Klassen aber in zwei bis drei Kleingruppen (10 bis 12 Personen) geteilt werden.

◼️ Der fachpraktische Unterricht sowie Labor- und Werkunterricht ist ebenso in Kleingruppen vor Ort möglich.

◼️ Schularbeiten und Tests können in allen Schulstufen in den Schulen durchgeführt werden. Jedoch gelte es auch hier, eine räumliche Trennung vorzunehmen. Gerade dieser Punkt, sagt Palfrader, sei in der geltenden Covid-Schulverordnung nicht ausreichend geregelt.

Alle diese Übereinkünfte habe sie noch gestern Nachmittag persönlich mit Bildungsminister Heinz Faßmann (VP) abgesprochen, die Bildungsdirektion sollte am Abend ein Info-Update an die Schulen erlassen.

Tirols Bildungsdirektor Paul Gappmaier glaubt, dass „durch eine sehr sachliche Diskussion“ die Gräben zwischen Schulbehörde, Politik und Interessensvertretern zumindest etwas geschlossen werden konnten. Um „sich abzustimmen“, kündigte er an, künftig „regelmäßig“ solche Treffen abhalten zu wollen. „Ich hoffe es zwar, kann aber keine Garantie abgeben, dass der Heim­unterricht mit 9. November endet.“

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Es ist noch nicht das Optimum dessen, was wir erreichen wollten. Das wäre ein Ende des Fernunterrichts.
Christoph Drexler (Präsident Landeselternverband)

Der Präsident des Landeselternverbandes, Christoph Drexler, sprach nach dem Bildungsgipfel von „gemischten Gefühlen“. Er freue sich über die Zugeständnisse, „es ist aber noch nicht das Optimum dessen, was wir erreichen wollten. Das wäre ein Ende des Fernunterrichts.“ Jetzt gelte es abzuwarten, „was mit den in Aussicht gestellten Erleichterungen passiert“. Dann wolle der Elternverband über weiteres Vorgehen entscheiden. Der öffentliche Protest sei wichtig gewesen, „da viele Eltern das Gefühl hatten, dass über sie drübergefahren wurde“.


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