Corona-Patient Schallenberg geht es weiter „sehr gut“

Dem prominentesten Corona-Infizierten Österreichs, Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP), geht es auch vier Tage nach seinem positiven Test „sehr gut“. Schallenberg habe keine Symptome und brauche entsprechend auch keine Behandlung, sagte seine Sprecherin der APA auf Anfrage. Er arbeite im Home Office und habe erst am Dienstagvormittag mit einem Amtskollegen telefoniert.

Auch die Testungen unter Schallenbergs Kontaktpersonen hätten allesamt ein negatives Ergebnis gebracht, hieß es von der Sprecherin weiter. Wie lange Schallenberg in Isolation bleiben muss und wann der nächste Coronatest bei ihm gemacht wird, war indes weiter unklar. Positiv auf das Coronavirus getestet wurde er am Freitagnachmittag im Rahmen einer Routineuntersuchung. Da ein Test am Freitag der vorangegangenen Woche negativ gewesen war, wird vermutet, dass er sich beim EU-Außenministerrat am Montag angesteckt hat.

Schallenberg meldete sich am Dienstag auch auf Twitter zu Wort und äußerte sein Bedauern, dass er wegen seines positiven Coronatests nicht wie geplant persönlich den österreichischen Staatsbürgerschaftsbescheid an eine in London lebende Enkelin eines von den Nazis aus Österreich vertriebenen Juden übergeben konnte. „Es bewegt mich zu sehen, wie dieses neue Gesetz in Anerkennung der historischen Verantwortung Österreichs umgesetzt wird“, kommentierte der Außenminister den Re-Tweet eines Fotos, das Karen Haidinger Ramos mit Botschafter Michael Zimmermann zeigt. Seit September können Nachfahren von NS-Opfern mit ausländischer Staatsbürgerschaft per Anzeige einen österreichischen Staatsbürgerschaftsbescheid erhalten. Haidinger Ramos ist Enkelin eines Wiener Juden, der im Jahr 1936 vor den Nazis nach Brasilien geflüchtet war.

Schallenberg hätte eigentlich den größten Teil dieser Woche außerhalb Österreichs verbringen wollen. Nach dem Großbritannien-Besuch am Montag war er am heutigen Dienstag in Dänemark erwartet worden, für Donnerstag und Freitag war eine Reise nach Griechenland und Zypern geplant gewesen. Diese Reise ist nun schon zum zweiten Fall ins Wasser gefallen, nachdem sie Ende September wegen eines Coronafalls in Schallenbergs Delegation verschoben werden musste.


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