Verein Kinder-Krebs-Hilfe: „Auf die Kinder darf nicht vergessen werden“

Rund 60 bis 80 Neuerkrankungen pro Jahr werden an der Kinder­onkologie in Innsbruck registriert. Die häufigste Krebserkrankung ist die Leukämie.

Ursula Mattersberger und Nathalie Benko: Den Pokal gibt es für Kinder, wenn sie die Therapie abgeschlossen haben, auch die Teddybären von Benko finden großen Anklang.
© Vanessa Rachlé

Innsbruck – Seit 1987 gibt es den Verein Kinder-Krebs-Hilfe Tirol und fast von Anfang an ist Obfrau Ursula Mattersberger mit dabei. In über 30 Jahren hat sich vor allem aus medizinischer Sicht viel getan. „Als ich begonnen habe, lagen die Heilungschancen von Krebs bei Kindern und Jugendlichen bei 20 Prozent. Heutzutage können wir von über 80 Prozent ausgehen“, erzählt die Innsbruckerin.

Rund 60 bis 80 Neuerkrankungen pro Jahr werden an der Kinder­onkologie in Innsbruck registriert. Die häufigste Krebserkrankung ist die Leukämie, die jüngsten Patienten befinden sich im Säuglingsalter. Eine schwierige Zeit für die gesamte Familie, wie Mattersberger weiß. Der Verein versucht daher, auf unterschiedlichsten Ebenen zu helfen. Nicht nur finanziell. „Ich unterrichte die Kinder bis zum Ende der Pflichtschulzeit direkt am Bett. Organisiere zudem den Heimunterricht.“ Denn auch wenn das Kind nach der Intensivtherapie an der Klinik – die bis zu einem Jahr dauern kann – heim darf, ist noch kein normaler Alltag möglich.

"Die Kleinen sind richtige Kämpfer"

„Vielfach unterrichten dann die Lehrer, die die Kinder in der Schule hatten, daheim“, sagt Mattersberger. Ein Schritt zurück in die Normalität, die den Kindern so lange verwehrt geblieben ist.

Im heurigen Corona-Jahr ist allerdings alles anders. „An der Kinderonkologie der Klinik sind z. B. Besuche von Verwandten stark eingeschränkt. Und wir können keine Maltherapie oder Kochkurse anbieten, die ein wenig Abwechslung bieten“, sagt Mattersberger.

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Auch Nathalie Benko, Ehefrau des Innsbrucker Unternehmers René Benko, die den Verein schon lange unterstützt, hat die Kinder länger nicht mehr besuchen können. „Als dreifache Mutter ist mir der Kontakt zu den Kindern wichtig, die Kleinen sind richtige Kämpfer. Aber auch die Gespräche mit den Müttern sind wichtig, denn die leisten Unvorstellbares.“ Durch ihre Besuche auf der Kinderonkologie und die damit verbundenen Erfahrungen hat Benko sich entschlossen, ihre Stiftung ‚Nathalie’s Kids Charity Foundation‘ zu gründen. „Dadurch kann ich helfen, betroffene Familien zu unterstützen.“

Dass es heuer Corona-bedingt mit Spenden aber nicht so gut aussehen wird, weiß Mattersberger. „Viele Benefiz-Veranstaltungen können ja nicht stattfinden. Auf die Kinder darf jedoch nicht vergessen werden.“


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