95 Covid-Betten belegt: Tirols Krankenhäuser weit weg von Kapazitätsgrenze

Trotz einer Zunahme der Hospitalisierungen musste noch kein Spital den Covid-Notstand ausrufen. Aktuell stehen genügend Betten zur Verfügung. Vorrangiges Ziel sei es, das Gesundheitssystem bestmöglich aufrechtzuerhalten, „wie es uns auch schon bei der ersten Covid-Welle gelungen ist“, betont LR Tilg. Deutlich dramatischer stellt sich derzeit die Lage in Südtirol dar.

In Tirol gibt es 200 Intensivbetten. Während acht davon mit Covid-Patienten belegt sind, werden elf weitere für Covid-Erkrankte freigehalten.
© Thomas Boehm / TT

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Der rasante Anstieg der Infektionszahlen hat die Bettenkapazitäten in den Krankenhäusern wieder ins Zentrum des Interesses gerückt. In Tirol befanden sich mit Stand gestern Nachmittag 95 Covid-Patienten in Spitalsbehandlung, acht davon auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Am Höhepunkt der Corona-Krise Anfang April wurden in Tirol laut AGES-Dashboard 156 Patienten auf Normalstationen und 65 Covid-Erkrankte auf Intensivstationen behandelt.

„Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Situation in den Tiroler Krankenanstalten weiterhin stabil ist“, sagt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Die epidemiologische und medizinische Lage werde jedoch genau beobachtet und bei Bedarf umgehend reagiert. Vorrangiges Ziel sei es, das Gesundheitssystem in Tirol bestmöglich aufrechtzuerhalten, „wie es uns auch schon bei der ersten Covid-Welle gelungen ist“, betont Tilg.

„Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Situation in den Krankenanstalten stabil ist.“ – Bernhard Tilg
(Gesundheitslandesrat)
© Thomas Boehm / TT

Bis dato hat in Tirol noch kein Spital auf Notbetrieb umstellen oder nicht dringende Operationen und Behandlungen verschieben müssen. Zusätzlich zu den aktuell belegten 95 Covid-Betten werden derzeit 44 weitere Betten explizit für Covid-Patienten freigehalten – 33 auf Normal-, elf auf Intensivstationen. Laut Auskunft des Landes sind die Krankenanstalten aber bei Bedarf jederzeit in der Lage, zusätzliche Ressourcen speziell für Covid-Patienten zur Verfügung stellen: Grundsätzlich stehen nämlich in Tirol derzeit rund 200 Intensivbetten zur Verfügung, von denen 120 mit „normalen“ Patienten und acht mit Covid-Erkrankten belegt sind. Die freien 72 Intensivbetten bilden die Reserve, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.

Angespannte Lage in Südtirol

Ab wann es eine Überlastung der Tiroler Spitäler gibt, will das Land an keinen konkreten Zahlen festmachen. Die Tiroler Krankenanstalten seien aber selbst im heurigen Frühjahr bei über 200 Patienten in den Spitälern noch nicht an der Belastungsgrenze angelangt gewesen. Sollte es dennoch notwendig werden, werde der Landeseinsatzstab rechtzeitig die Nutzung und Einrichtung zusätzlicher Infrastruktur prüfen und umsetzen.

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Deutlich dramatischer stellt sich derzeit die Lage in Südtirol dar: So sind beispielsweise die 16 Covid-Betten im Brunecker Spital voll, dort werden laut Tageszeitung Dolomiten auch die medizinischen Leistungen für nicht notwendige Eingriffe zurückgefahren. Aber auch in Bozen, Brixen, Sterzing und Meran steuern die Krankenhäuser auf die maximale Auslastung zu. Ein Unterstützungsabkommen zwischen Land Tirol und Südtirol garantiert die enge Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe. Derzeit befindet sich ein Südtiroler Covid-Patient in einer Tiroler Krankenanstalt in Behandlung.


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