Über Innsbruck unterwegs: Vom Höttinger Bild bis zum Rauschbrunnen

Vom Planötzenhof führt der TT-Tourentipp über das Höttinger Bild zum Rauschbrunnen und wieder zurück. Eine herbstliche Rundwanderung oberhalb Innsbrucks, auch mit größeren Kindern gut machbar.

Nach dem Höttinger Bild geht es zum Gasthaus Rauschbrunnen. Erstes Ziel ist das Höttinger Bild (2), dann geht es zum Gasthaus Rauschbrunnen (1), gleich darüber wurde eine neue Kapelle errichtet.
© flex

Innsbruck – Es wäre nicht so, dass Skitouren momentan nicht möglich wären. Im Gegenteil: In Tirols Gletscherskigebieten herrschen für Oktober zum Teil richtig gute Bedingungen. Bis zum ersten TT-Skitourentipp dauert es aber noch. Diese Woche wird oberhalb von Innsbruck noch einmal gewandert.

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Vom Planötzenhof geht’s über das Höttinger Bild zum Rauschbrunnen und von dort über den Stangensteig zurück zum Ausgangspunkt. Eine einfache und familientaugliche Wanderung über 400 Höhenmeter und rund acht Kilometer. Speziell im Herbst, wenn sich das Laub der Bäume in ein buntes Farbenmeer verfärbt, wirkt diese Tour richtig märchenhaft.

So kommt man hin: Wir starten die Tour beim kostenfreien Parkplatz (ca. 40 Plätze) am Planötzenhof und folgen dort dem Bischof-Stecher-Weg, einem breiten und einfachen Weg (Kreuzweg) hinauf zum Höttinger Bild. Es ist zwar noch zeitig in der Früh, doch alleine ist am Höttinger Bild eigentlich nie. Ob Spaziergänger, Wallfahrer, Trailläufer, Biker oder Jogger – das Höttinger Bild ist ein gern besuchter Ort.

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Auch Günter Achammer aus Innsbruck kommt jeden Tag zum Höttinger Bild, wie er uns erzählt. „Das ist Morgensport für mich. Sommer wie Winter“, erklärt uns der rüstige Pensionist (78) bestens gelaunt.

Der Entstehungslegende nach legte ein Innsbrucker Student Ende des 17. Jahrhunderts den Grundstein für die Verehrung des Höttinger Bildes. Dort, wo heute die Kapelle steht, befestigte im Jahre 1675 der Student Franz Peier ein Muttergottesbild an einem Baum und bat um Hilfe bei seinen Prüfungen. Die Gebete wurden erhört.

Mit der Zeit suchten immer mehr Studenten das Muttergottesbild auf. 1705 errichtete daraufhin ein Bauer aus Hötting eine hölzerne Kapelle, 1774 wurde sie durch ein gemauertes Kirchlein ersetzt, welches aber nicht lange als Gnadenort dienen durfte.

Kaiser Josef II. ließ die Kapelle nämlich nur zwölf Jahre später schließen: Das Marienbildnis wurde für 100 Jahre in der Höttinger Pfarrkirche aufbewahrt, ehe es 1886 in das restaurierte Kirchlein und zum ursprünglichen Ort zurückkehren durfte.

Erstes Ziel ist das Höttinger Bild.
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Doch nun zurück zur Gegenwart. Wir setzten die Wanderung fort und folgen nun dem breiten Forstweg weiter nach oben, bis wir nach links auf den Bärfallweg abzweigen. Diesen wandern wir ein Stück nach Westen entlang, ein kleines Stück sogar bergab, bis nach rechts der „Knappensteig“ hinauf zum Rauschbrunnen abzweigt.

Wir verlassen also die breite Forststraße und setzen den Aufstieg zu unserem nächsten Ziel fort. Zwar ist der Weg nun schmaler, ausgesetzt und schwierig ist er jedoch nicht. Einige Wurzelpassagen gilt es allerdings zu überwinden.

Gleich über dem Höttinger Bild wurde eine neue Kapelle errichtet.
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Wer an einem großen Felsen vorbeikommt, liegt goldrichtig. Mit einem freundlichen „Griasti“ werden wir dann bereits von Josef Kircher aus Arzl, dem Pächter des Rauschbrunnes, erwartet. Er führt seit zwei Jahren das Zepter in der gemütlichen Einkehr. Und das mit seinen jungen 25 Jahren. Bei diesem Ausblick auf der Terrasse mit einem Panoramablick auf die Landeshauptstadt Innsbruck, hinüber zu den Kalkkögeln und ins Wipptal schmeckt der Kaffee doppelt gut.

Ein neues Schmuckstück ziert seit Kurzem den Rauschbrunnen. Oberhalb der Alm wurde nämlich von den Mitgliedern der Jungbauern/der Landjugend aus den Bezirken Innsbruck und Innsbruck Land eine Kapelle errichtet, die im September von Bischof Hermann Glettler eingeweiht worden ist. Sie soll an die verstorbenen Mitglieder erinnern.

Das Gasthaus Rauschbrunnen hat im Oktober quasi durchgehend geöffnet. Nur Dienstag ist Ruhetag. Und selbst im November sind Josef und sein Team noch an den Wochenenden auf der Alm und sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

Doch nun ist es an der Zeit, zurück zum Planötzenhof zu wandern. Direkt von der Alm steigen wir zuerst die breite Schotterstraße ab, bis wir rechts in einen Zickzack-Weg abzweigen. Auf diesem geht’s nach unten bis zu einem Forstweg. Diesen überqueren wir noch und biegen links in den Stangensteig ein. Der bringt uns dann zurück bis kurz unterhalb des Höttinger Bildes und von dort zum Parkplatz beim Planötzenhof. Keine Angst, wer den Stangensteig auf Anhieb nicht findet, der kann sich in den Wäldern Innsbrucks nicht verlaufen.

© TT-Grafik

Fast alle Wege führen zurück in Richtung Ausgangspunkt der Tour, ob am Stangensteig oder am breiten Forstweg. Gelbe Schilder weisen auch den Weg.

Unsere beschriebene Runde ist für Kinderwägen nicht geeignet, dafür mit größeren Kindern gut machbar. Auf der Forststraße hingegen kann man den Rauschbrunnen schon eher besuchen. Und wem diese Runde oberhalb Innsbrucks zu kurz erscheint, kann vom Rauschbrunnen zur Aspachhütte aufsteigen, von dort hinüber zum Achselkopf wandern und von dort zum Planötzenhof absteigen.

Eine Runde, die auch für Berg- und Trailläufer gut geeignet ist. (flex)


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