Spielsucht: Hilfsbereiter Zusteller brachte gutherzige Tirolerin um 8100 Euro

Aus Mitleid Tausende Euro an Spielsüchtigen verliehen. (Symbolbild)
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➤ Letztes Jahr war der Begleiter einer 63-Jährigen am Gehsteig zusammengebrochen. Ein für den Ortsteil zuständiger Paketzusteller hatte sofort Erste Hilfe geleistet – eine vertrauensbildende Tat, die letztlich aber in einen schweren Betrug geführt hatte. Hatte der kurze Kontakt doch ausgereicht, um in der Dame ein gutgläubiges Opfer zu erkennen.

Bald schon war der 28-Jährige deshalb vor der Türe der 63-Jährigen gestanden. Da ihn die eigene Mutter im Stich gelassen hätte, benötige er für bereits bestellte Möbel 4000 Euro, erzählte er dabei im Frühjahr. Im August war es dann die vermeintliche Schwangerschaft der Frau, die nochmals um die 4000 Euro fließen ließ. Was die Dame nicht wusste: Ihr gegenüber stand ein krankhaft Spielsüchtiger. So waren die gesamten 8100 Euro auch in kürzester Zeit verspielt. Auch Anrufversuche blieben bald vergebens. Nach zehnjähriger Spielsucht befand sich der 28-Jährige nämlich schon wieder in stationärer Therapie.

Gestern am Landesgericht kam es zu einem Wiedersehen. Die Dame fiel dabei aus allen Wolken, als sie erfuhr, dass sich der Angeklagte im Privatkonkurs befindet und er ihr somit bis Beendigung (sieben Jahre) in Rücksicht auf die übrigen Gläubiger eigentlich gar nichts zurückzahlen dürfe. Der Angeklagte: „Ich hatte so viele Schulden, da hatte ich die Dame gar nicht mehr im Kopf!“ Die erwiesene Spielsucht milderte die Strafe auf zur Hälfte bedingte 960 Euro.

➤ Im Streit zwischen dem Höhenleistungszentrum Kühtai und einer britischen TV-Produktionsfirma kam es gestern am Landesgericht zu keinem Verfahren mehr. Die Kühtaier hatten von den Briten Schäden über 128.000 Euro an der Anlage eingeklagt, die während der Seriendrehs bis 2017 entstanden waren. Auf Anfrage der TT bestätigte Geschäftsführer Christoph Stock eine außergerichtliche Einigung, über die aber Stillschweigen vereinbart worden war.

➤ Ein offensichtlich Betrunkener im Nahebereich ihrer Kinder rief im Juli eine Mutter auf den Plan. Der Illuminierte schubste die erregte Frau darauf im Park. Diese fiel dadurch so unglücklich, dass sie wegen einer Hand- und Schulterverletzung bis heute arbeitsunfähig ist. Der Vorbestrafte wurde zu einer unbedingten Strafe von 1440 Euro verfurteilt, außerdem wurden einst bedingt ausgesprochene 900 Euro auch noch widerrufen. (fell)


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