Tirol Kliniken mit Sonderregelung: Kritik an Dienst trotz Quarantänebescheid

Eine Regelung erlaubt, dass Personal in kritischen Infrastrukturen – wie Krankenhäusern – trotz Quarantänebescheid arbeiten darf. (Symbolfoto)
© AFP

Innsbruck – Auch mit einem behördlichen Quarantänebescheid können Angestellte in kritischen Infrastrukturen zum Dienst antreten – vorausgesetzt, die Gesundheitsbehörden erlauben es. Dass diese Sonderregelung, wie berichtet, von den Tirol Kliniken derzeit den Mitarbeitern kommuniziert wird, um für drohende Personalengpässe gerüstet zu sein, sorgt für Kritik.

„Dort, wo die Risikogruppen zuhause sind, arbeiten Menschen mit Quarantänebescheid“, meint etwa der Klubobmann der NEOS im Tiroler Landtag, Dominik Oberhofer. Umso unverständlicher findet Oberhofer, dass in Bildungseinrichtungen „gesunde Kinder weggesperrt“ und „überhastet überzogene Maßnahmen umgesetzt“ würden.

Haselwanter-Schneider: „Zynisch"

Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider sieht die psychische und physische Gesundheit des medizinischen Personals in Gefahr. „Zynisch“ nennt sie die Tatsache, dass die Mitarbeiter „als Kontaktpersonen von positiv getesteten Menschen zwar weiterhin arbeiten, aber nicht einkaufen oder mit den Öffis fahren dürfen“. Das sieht die Sonderregelung tatsächlich so vor, durch die der Quarantänebereich lediglich vom privaten Haushalt auf den Arbeitsplatz ausgedehnt wird. Haselwanter-Schneider fordert, anstelle des aktuellen Modells „einen Pool an Ersatz-Arbeitskräften für kritische Phasen aufzubauen“.

Sowohl NEOS als auch Liste Fritz deuteten an, von Fällen zu wissen, wo nicht nur Menschen arbeiten gehen durften, die symptomfrei sind, aber Kontaktpersonen, sondern auch Mitarbeiter mit positivem Covid-Test – etwa in einem Altenheim. Diesen Vorwurf wies das Land Tirol auf Anfrage der TT zurück. Bei wem das Virus nachgewiesen wurde oder wer Symptome aufweise, „dürfe nicht zum Dienst herangezogen werden. Seitens der Gesundheitsbehörden ist es ausgeschlossen, dass Menschen, von denen eine Ansteckungsgefahr ausgeht, in Altenheimen und Gesundheitseinrichtungen arbeiten“. (bfk)


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