Menschen mit Handicap haben es weiter schwer

Innsbruck – Der 26. Oktober ist nicht nur der Nationalfeiertag, sondern auch der Tag der Menschen mit Behinderungen. Grund genug für Georg Willeit, Geschäftsführer der Lebenshilfe, Bilanz zu ziehen und auf die immer noch zahlreich vorhandenen Probleme für Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen: „Hier gibt es noch viel Potenzial und Luft nach oben.“ Als Beispiel führt Willeit die finanzielle Absicherung von Familien mit Kindern oder erwachsenen Menschen an: „Familien mit Kindern mit Behinderungen Pflegestufen vorzuenthalten und sie zu ewigen Bittstellern zu degradieren, ist genauso unangemessen, wie dauerhaft Erwachsene mit Taschengeld statt Gehalt abzuspeisen.“

Umso wichtiger sei es, bei der Neukonzeptionierung des Nationalen Aktionsplans 2022 bis 2030 bisherige Versäumnisse zu beseitigen und noch nicht verwirklichte Rechte anzugehen. Wie der Alltag mit einer Behinderung aussieht, beschreibt Lebenshilfe-Mitarbeiterin und Rollstuhlfahrerin Laura Moser: So seien Toiletten zwar als barrierefrei angeschrieben, aber für E-Rollis viel zu klein. „Müllcontainer sind zu hoch oder nur per Fuß bedienbar“, erzählt Müller: Auch Rampen sind manchmal „einfach lebensgefährlich“.

Und wenn ein Unfall die tägliche Zugfahrt nach Innsbruck unterbricht, muss die Rollifahrerin teils allein im Zug bleiben, weil der Schienenersatzverkehr nicht barrierefrei ist. „Da spürt man die Ausgrenzung hautnah.“ Menschen mit Behinderung „haben nicht nur Sehnsucht nach einer selbstbestimmten Lebensführung, sondern auch ein Recht darauf“, fordert Willeit, die UN-Konvention umzusetzen: „Das ist eine Chance für eine gute gemeinsame Zukunft für uns alle.“ (TT)


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