Russisches Konsortium will 1000 Betten oder zehn Häuser

Nach dem Kauf des siebenten Hotels in der Gemeinde Sölden arbeitet Geschäftsführer Sadeghi an weiterem solidem Wachstum.

Der Geschäftsführer des russischen Hotelkonsortiums, Vala Sadeghi, sieht seine Akquise in Sölden noch nicht beendet.
© Parth

Von Thomas Parth

Sölden – „Am Ende setzt sich Qualität immer durch“, gewährt Geschäftsführer Vala Sadeghi Einblick in die Firmenpolitik jenes russisch finanzierten Hotelkonsortiums, das allein in Sölden sieben Hotels besitzt und betreibt. „Unsere Hoteldirektoren identifizieren sich sehr mit ihren Häusern. Aber wenn einer von ihnen behauptet, es läuft nicht ohne ihn, dann müssen wir ihm sagen, dass er seinen Job falsch macht.“ Genau hier sieht Sadeghi auch den tiefer liegenden Grund, warum ihm Hotels in Sölden zum Kauf angeboten werden: „Das Gefühl, unentbehrlich zu sein, geht mit einem Verlust an Lebensqualität einher und wird oft begleitet von viel Stress aufgrund der Mitarbeitersituation. Kommt noch ein ungeklärter Generationswechsel dazu ...“

Während des Corona-Sommers habe man sich „etliche Betriebe“ angeschaut, ob sie ins Konzept passen. „Das Hotel ,Schöne Aussicht‘ war sicher nicht das letzte. 1000 Betten oder 10 Hotels entsprechen unserer angestrebten Betriebsgröße“, legt der Manager offen. Er selbst ist seit 2013 mit an Bord des russischen Hotelkonzerns und zusammen mit seiner Frau und den zwei Kindern im Ötztal „angekommen“. Leider habe sich bis dato noch keine Einladung zur Vollversammlung des Ötztal Tourismus auf seinen Schreibtisch „verirrt“, zeigt sich Sadeghi im TT-Interview verwundert.

„Wir führen zumindest eines der russischen Hotels als eines von 16 Mitgliedern in der höchsten Stimmgruppe“, beteuert Oliver Schwarz, Geschäftsführer des Ötztal Tourismus: „Wie die Firmenkonstruktion genau aussieht, darüber weiß ich nicht Bescheid.“ Schwarz habe bei einer Gelegenheit sowohl Sadeghi als auch dessen Finanziers kennen gelernt: „Alle Mitglieder im Verband werden gleich behandelt.“ Was die Betriebe angeht, so seien diese geradezu vorbildlich geführt und alle Häuser befänden sich in einem Top-Zustand. „Die Befürchtungen, man würde mit Dumpingpreisen arbeiten oder die Hotels zu Russen-Enklaven machen, haben sich nicht bewahrheitet“, führt Schwarz weiter aus. Einen „Ausverkauf der Heimat“ kann der Tourismus-Direktor bei 30.000 Betten im Tal ebenfalls nur schwer erkennen: „Die 1000 Betten wird der Konzern schon schaffen; wenn er sie auch so erfolgreich betreibt wie bisher, dann sehe ich das nicht so eng.“ Und die Einladung zur Vollversammlung? „Wird Herr Sadeghi sicher bekommen“, so Schwarz.


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