Virulente Haie gehen auf Tauchstation: „Alle sollen in Ruhe gesund werden"

Das Coronavirus hat die internationale ICE Hockey League hart getroffen. Bei den Innsbrucker Haien hat sich die Zahl von einem positiv Getesteten auf mehrere erhöht. Der Ligabetrieb läuft im Schmalspurmodus weiter.

© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Stillstand bedeutet Rückschritt. Oder wie es ICE-Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger gestern im Telefonat mit der TT betonte: „Wir wollen trotzdem im Spiel bleiben und Eishockey bieten.“ In der Corona-Rechnung blieben noch Salzburg, Linz und Bratislava übrig, die sich am Wochenende in allesamt vorgezogenen Spielen matchen werden.

Im Innsbrucker Haifischbecken fällt das heutige Match gegen Fehervar aus und ist vorerst einmal länger Pause: Denn auf einen positiven Corona-Test vom Donnerstag folgten gestern noch einige mehr. Von insgesamt acht war im Vereinsumfeld die Rede. „Es bringt keinem etwas, eine Zahl zu nennen. Wir müssen die kommenden Tage aussitzen und hoffen alle auf Besserung. Wir sprechen von einem weltweiten Problem, und es bringt nichts zu spekulieren, wo die Ansteckung erfolgte, denn es kann überall sein. Oberste Prämisse ist es, die Hygienevorschriften einzuhalten“, brachte es Haie-Obmann Günther Hanschitz auf den Punkt. Die Graz 99ers soll es ja noch weit schlimmer erwischt haben und auch Villach meldete mehrere Fälle.

„Die Liga hält das Präventionskonzept auf Punkt und Beistrich ein"

Während beim KAC, dem letzten HCI-Gegner, die meisten erkrankten Cracks laut Informationen aus Klagenfurt kaum oder nur milde Symptome zeigen, hat es den ein oder anderen bei den Haien laut Cheftrainer Mitch O’Keefe „mit hohem Fieber“ durchaus etwas schwerer erwischt: „Es ist für alle eine schwierige und harte Zeit. Alle sollen sich erholen und in Ruhe wieder gesund werden. Wir werden am Montag noch einmal durchtesten und hoffen, dass kein weiterer Crack dazukommt.“ Dann könnte man in der Tiwag-Arena im besten Fall wieder an Kleingruppentraining denken. Der Auswärtsdoppelpack in Linz (30.10.) und Bratislava (31.10.) dürfte aber auch in etwas weitere Ferne rücken.

Was die Spielpaarungen betrifft, bleibt nicht nur für Feichtinger Flexibilität das Gebot der Stunde. Dem Liga-Chef ist eines ganz wichtig: „Die Liga hält das Präventionskonzept auf Punkt und Beistrich ein und tut mit seinen Clubs darüber hinaus auch sogar noch viel mehr. Denn die Spieler sind unser höchstes Gut.“ Weil über die Grenzen hinaus nicht nur vor den Toren, sondern auch im Mannschaftsbus viel Verkehr herrscht, lässt sich in Sachen Ansteckungen eins und eins zusammenzählen. „Man braucht auf niemanden mit dem Finger zeigen“, unterstreicht auch HCI-Coach O’Keefe.

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Gesunde Spieler übersiedeln in die Blase

Es ist und bleibt ein Spiel auf Zeit. Da genießt die ICE Hockey League im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ligen den Vorteil, früh gestartet zu sein. Und weil beim österreichischen Eishockey-Nationalteam die kommenden November-Länderspiele ausfallen, tut sich ein neues Zeitfenster auf.

Der HC Innsbruck hat alle Behörden informiert, die betroffenen positiv getesteten Teammitglieder haben sich in Quarantäne begeben. Für die restlichen gesunden Spieler, Trainer wie Betreuer gilt ab sofort das Gleiche wie für die Kicker der WSG Tirol – das Leben findet ab sofort in einer „Bubble“ (Blase) statt: Bewegungen sind nur vom Wohnsitz zum Trainings-oder Spielort erlaubt, Treffen mit Personen außerhalb des Teams oder eigenen Haushalts sind untersagt.


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