Macron sprach mit Armeniens Präsident über Berg-Karabach

Der französische Staatschef Emmanuel Macron hat zu einer Beilegung des blutigen Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan in der südkaukasischen Krisenregion Berg-Karabach aufgerufen. Der 42-Jährige habe entschieden, medizinische Hilfe für Verletzte zu schicken, hieß es am späten Donnerstagabend aus Elysee-Kreisen. Macron hatte zuvor unangekündigt seinen armenischen Amtskollegen Armen Sarkissian in Paris empfangen.

Macron sagte demnach, es sei nur eine Verhandlungslösung akzeptierbar. Für den Wiederbeginn der Verhandlungen müsse es aber ein „beruhigtes Klima“ geben. Macron telefonierte auch mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinian und dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev.

Macrons russischer Amtskollege Wladimir Putin hatte zuvor in Moskau gesagt, er gehe in dem Konflikt mittlerweile von Tausenden Toten aus. Die Gesamtzahl auf beiden Seiten nähere sich bereits der 5.000. Seit Ende September gibt es in dem jahrzehntealten Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan die heftigsten Gefechte seit Jahren.

US-Außenminister Mike Pompeo hat am Freitag Vertreter beider Seiten des Konflikts um die Kaukasusregion Berg-Karabach zu separaten Gesprächen in Washington empfangen. Der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramow und der armenische Außenminister Sohrab Mnatsakanjan hatten zuvor ein Dreier-Treffen ausgeschlossen. Vor den Gesprächen hatte Pompeo die Erwartungen niedrig gehalten. Er verwies darauf, dass bisher vereinbarte Waffenruhen nicht hielten. „Es ist eine komplizierte diplomatische Situation“, sagte er am Mittwoch vor Journalisten.

Es gab bereits zwei Vereinbarungen zu Waffenruhen, die jeweils kurz nach Inkrafttreten brüchig waren. Dafür gaben sich beide Seiten gegenseitig die Verantwortung - ebenso wie für den Ausbruch der Kämpfe. In dem Konflikt vermitteln Russland, Frankreich und die USA als sogenannte Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Eine Vermittlerrolle der Türkei lehnt Armenien ab. „Das ist eine seltsame Position“, sagte Regierungschef Paschinian der russischen Nachrichtenagentur Interfax. „Die Verhandlungen sollten in diesem Format fortgesetzt werden.“ Der aserbaidschanische Präsident Aliyev hatte zuvor eine Beteiligung seines Verbündeten Türkei ins Gespräch gebracht.


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