Baumaterial und Diesel abgezweigt: Betrug beim Semmeringtunnel

Laut Polizei wurden Baumaterial im Wert von 1,9 Millionen Euro sowie 300.000 Liter Diesel abgezweigt.

Beim Semmering-Basistunnel ermittelt die Staatsanwaltschaft.
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Neunkirchen – Beim Bau des Semmering-Basistunnels soll es zu einem millionenschweren Betrug gekommen sein. Baumaterialien im Wert von mehr als zwei Millionen Euro sowie Hunderttausende Liter Diesel sollen von einer Baustelle abgezweigt und unter der Hand verkauft worden sein. Zunächst hatte der Kurier darüber berichtet.

Nach Angaben der Landespolizeidirektion Niederösterreich hatte Mitte April 2019 eine Transportfirma aus dem Bezirk Neunkirchen Anzeige erstattet, dass einer ihrer Mitarbeiter im Verdacht stehe, Dieseltreibstoff einer ARGE beim Bau des Semmering-Basistunnels ohne deren Wissen auf eigene Rechnung weiterzuverkaufen. Die Ermittlungen wurden in der Folge vom Landeskriminalamt übernommen. Sie gehen bis April 2018 zurück.

Der Polizei zufolge sollen 300.000 Liter Diesel abgezweigt worden sein. Zudem sei festgestellt worden, dass führende Beschäftigte der ARGE neben den groß angelegten Treibstoffverkäufen zum Nachteil ihres Arbeitgebers auch Baumaterialien im Wert von mindestens 1,9 Millionen Euro bestellt hatten. Die Verrechnung sei über den Arbeitgeber erfolgt. Das Material sei an andere Baustellen geliefert und dort verarbeitet worden. Die Beschuldigten hätten auch eigene Firmen gegründet, über die sie die Bestellungen abgewickelt hätten.

Teilweise geständig

Laut Landespolizeidirektion Niederösterreich wurden alle involvierten Mitarbeiter der ARGE nach Bekanntwerden der Causa vom Schweizer Mutterkonzern gekündigt. Sie seien zu den Vorgängen teilweise geständig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Leoben wird gegen acht Beschuldigte wegen Betrugs und Untreue ermittelt.

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Die ÖBB als Auftraggeber des Tunnels betonten, dass den ÖBB und damit auch der öffentlichen Hand kein finanzieller Schaden entstanden sei. Die ÖBB seien bereits vor geraumer Zeit von der Firma Marti über den Betrugsverdacht informiert worden. Weitere Details könne man nicht kommentieren, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. (APA)


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