Opel Astra-Kombi: Der Charme des Unauffälligen

Opel setzt bei der Überarbeitung seines Astra-Kombis auf Antriebseffizienz und eine breite Ausstattungspalette – dabei verzichtet der Lange aus Rüsselsheim auf viel Tamtam.

Rot mit High-Gloss-Black – eine diabolische Farbkombination inmitten friedlicher Umgebung. Dabei ist der neue Opel Astra Sports Tourer ein Braver.
© Zoller

Von Gregor Zoller

Axams – Der Auftritt ist ein ruhiger, wenn der Opel Astra vorfährt. Im aktuellen Test der Sports Tourer, hier sucht man aufdringliche Design-Spielereien vergebens. Besonnen nennen das die einen, etwas angestaubt vielleicht die anderen. Doch auch wenn der Facelift optisch den Astra Sports Tourer in keine neuen Höhen hievt, so bieten die Rüsselsheimer doch einiges Neues an.

Unter der Haube des feuerroten Testwagens schnurrt der 122-PS-Dieselmotor mit seinen drei Zylindern in unverkennbarer Manier. Downsizing zur Effizienzsteigerung mit etwas Charakter für Kenner, das Paket passt. Im Test pendelt sich der Astra, der freilich noch wenige Kilometer am Buckel hat, um die 6 Liter pro 100 Kilometer ein. Etwas über Werksangabe, aber doch vernünftig. Auch vernünftig: die Neunstufen-Automatik, die den Schaltvorgängen weder zu viel noch zu wenig Präzision zukommen lässt.

Für Beschleunigungsreigen ist der Lange ja eh nicht vorgesehen. Vielmehr für komfortables Cruisen, und hier machen sich die ergonomischen Sitze bezahlt. Opel wirbt mit den Komfort-Tugenden, zu Recht, wie längere Ausfahrten bestätigen.

Sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal ist die Raumausnützung im Inneren: Die Beinfreiheit in erster, aber vor allem in zweiter Reihe sucht in dieser Bauart ihresgleichen, auch groß Gewachsene finden hier ihr Auslangen. Zusammenfalten bleibt einem also erspart, wenn man im Fond Platz nimmt.

Zusammenklappen allerdings nicht, denn die Sitze der zweiten Reihe lassen sich äußerst variabel im Verhältnis 40-20-40 umklappen, erhöhen so einerseits das Ladevolumen auf bis zu 1630 Liter, schaffen aber dank Durch-reiche in der Mitte die vielgeliebte Flexibilität, die Skifah- rer im nun beginnenden Winter zum Transport ihrer Ausrüstung schätzen werden. Und der Sensor an der Heckklappe ermöglicht sogar das Öffnen mit vollen Händen.

Neuerungen gibt’s auch im Multimedia-Bereich: Hier hält ein großes digitales Ins­trumentendisplay Einzug, der 8-Zoll-Touchscreen steht ebenso bereit wie kabelloses Smartphone-Laden.

Einiges neu also. Aber irgendwie ist er doch der Alte.

Die Technik

Motor: 3-Zylinder-Diesel

Hubraum: 1496 ccm

Drehmoment: 285 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 90 kW/122 PS

L/B/H: 4702/2042/1510 mm

Gewicht: 1465

1980 kg

Kofferraumvolumen: 540–1630 l

Tankinhalt: 48 l

Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h

0–100 km/h: 11,1 Sekunden

Verbrauch: 5,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 36.439 Euro

CO2-Emission: 133–141 g/km


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