Behörde warnt: Pensionisten in der Falle von falschen Polizisten

In 20 Fällen versuchten als Polizisten getarnte Betrüger zuletzt, Pensionisten auszunehmen. Einmal mit Erfolg.

Die falschen Polizisten rufen, wie früher die falschen Neffen, bevorzugt ältere Personen an. (Symbolfoto)
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Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Neffenbetrug war gestern, jetzt geben sich die Täter als Polizisten aus. Eine Masche, die derzeit auch die echte Polizei beschäftigt: Allein in den vergangenen Wochen „wurden in Tirol etwa 20 derartige Betrugsversuche angezeigt“, weiß Hans-Peter Seewald, Chef der Kriminalprävention (Landeskriminalamt). Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. In einem Fall in Innsbruck waren die Betrüger erfolgreich. Sie erbeuteten Goldmünzen, Schmuck und Bargeld, der Schaden ist fünfstellig.

Hans-Peter Seewald
 (Kriminalprävention): „In den vergangenen Wochen wurden in Tirol etwa 20 derartige Betrugsversuche angezeigt.“
© LPD

Die falschen Polizisten rufen, wie früher die falschen Neffen, bevorzugt ältere Personen an. Auch weil sie wissen, dass bei Pensionisten mehr zu holen ist. Betagtere Menschen neigen dazu, höhere Geldbeträge als die jüngere Generation zu Hause aufzubewahren. Als eiserne Reserve. Dazu kommt, dass es noch immer Pensionisten gibt, die sich die Rente in bar auszahlen lassen: „Mit Ende 2019 wurden von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) knapp drei Prozent der Pensionen im Inland bar ausbezahlt“, bestätigt Markus Stradner von der PVA.

Wie schon mehrfach berichtet, behaupten die Betrüger gegenüber den Opfern, diese seien auf sichergestellten Listen von festgenommenen Einbrechern erwähnt. Dann bieten die falschen Polizisten den Pensionisten an, eine Sicherheitsüberprüfung durchzuführen und deren Wertgegenstände bzw. Bargeld in Verwahrung zu nehmen. Da Einbrecher angeblich auch Konten plündern, „raten die Betrüger den Opfern, ihr Geld abzuheben und der Polizei zu übergeben“, beschreibt Seewald die Vorgangsweise der Täter. Durch technische Tricks scheinen bei den Opfern mitunter sogar echte Polizei-Telefonnummern auf.

"Polizei würde niemals am Telefon danach fragen"

Seewald rät, niemals Informationen über Wertgegenstände, Kontostände etc. am Telefon preiszugeben: „Die (echte) Polizei würde niemals am Telefon danach fragen.“ Weites empfiehlt er, nach dem Namen, der Dienststelle und der Erreichbarkeit der angeblichen Polizisten zu fragen.

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Die Neffenbetrüger, die sich gegenüber den betagten Opfern als Verwandte ausgaben und hohe Geldsummen auf Nimmerwiedersehen „ausliehen“, sind mittlerweile selten geworden. „Der Neffentrick wurde mittlerweile vom Polizeitrick weitgehend verdrängt“, sagt Seewald.


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