Zahlreiche Tote und Verletzte bei Angriffen in Berg-Karabach

Im blutigen Konflikt um die Südkaukasusregion Berg-Karabach sollen bei armenischen Angriffen auf die aserbaidschanische Stadt Barda mindestens 21 Menschen getötet worden sein. Präsidentenberater Hikmat Haciyev warf Armenien den Einsatz von international geächteter Streumunition vor. Er sprach von einem Kriegsverbrechen. Die Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums wies das als „Lüge“ zurück.

Auf aserbaidschanischer Seite stieg die Zahl der getöteten Zivilisten damit auf 83. Zu den Verlusten unter Soldaten macht Aserbaidschan mit Blick auf das verhängte Kriegsrecht und Zensurbestimmungen keine Angaben. Die Zahl der getöteten armenischen Soldaten stieg um 59 auf 1.068. Zudem starben bisher 40 Zivilisten.

Zuvor hatte Armenien Aserbaidschan den massiven Beschuss von Ortschaften in Berg-Karabach vorgeworfen. So seien die Stadt Schuschi und die Hauptstadt Stepanakert beschossen worden. Auch eine Geburtsklinik in Stepanakert sei schwer getroffen worden. Die Kampfhandlungen dauerten ungeachtet der von beiden Ländern vereinbarten Feuerpause an.

Am Dienstag hatte US-Außenminister Mike Pompeo bei separaten Telefonaten mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev und dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan noch einmal mit Nachdruck gefordert, die Kampfhandlungen einzustellen und über eine diplomatische Lösung der Krise zu verhandeln. Unter Vermittlung der USA war am Montag eine neue Waffenruhe in Kraft getreten, die aber wie zuvor auch zwei unter russischer Vermittlung getroffenen Vereinbarungen prompt gebrochen wurde.

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Der Konflikt ist bereits jahrzehntealt. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnte Gebiet Berg-Karabach mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Die selbst ernannte „Republik Arzach“ wird de facto von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan, das sich in dem Konflikt auf seinen sprachlich und kulturell nahe verwandten „Bruderstaat“ Türkei stützen kann. Russland ist Schutzmacht Armeniens.


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