Djokovic in Wien nach Tiebreak-Krimi siegreich

Novak Djokovic ist der erste Viertelfinalist des Erste Bank Open. Der 33-jährige Serbe besiegte am Mittwochabend beim Wiener ATP-Tennisturnier den Kroaten Borna Coric 7:6(11),6:3. Durchgang eins dauerte 1:15 Stunden, Coric vergab im Tiebreak vier Satzbälle. Der Weltranglistenerste trifft nun am Freitag auf den Polen Hubert Hurkacz oder den Italiener Lorenzo Sonego. Ihre erste Runde überstanden hatten zuvor Stefanos Tsitsipas (5) und Daniil Medwedew (6).

Der erste Satz gegen Coric hatte aus Sicht von Djokovic frappante Ähnlichkeit zum ersten Durchgang am Vortag gegen seinen Landsmann Filip Krajinovic. Wieder gab es ins Tiebreak, aber diesmal war der Gegner noch viel näher am Satzgewinn. Der „Djoker“ wehrte die vier Möglichkeiten von Coric auf die 1:0-Führung in Sätzen mit Können, aber auch etwas Glück ab. Einer dieser seiner Punktschläge kratzte die Linie gerade noch von außen. Seit Wimbledon 2019 lautet Djokovic‘ Tiebreak-Bilanz nun 21:2.

Im zweiten Durchgang schien die Vorentscheidung gefallen, als Coric mit einem Doppelfehler sein zweites Servicespiel abgab. Nach diesem 1:3-Rückstand fiel der Außenseiter aber nicht ab, wehrte sich weiter mit Kräften, aber letztlich vergeblich. „Es war knapp und herausfordernd“, sagte Djokovic im On-Court-Interview. „Borna ist ein großer Kämpfer. Er spielt einen ähnlichen Stil wie ich. Aus der Rückhand-Ecke ist er sehr solide, versucht mit der Vorhand zu punkten.“

Es sei für ihn sehr schwierig gewesen, Coric‘ gutes erstes Service zu retournieren, so Djokovic. „Das Tiebreak war sehr eng, wie gegen Krajinovic. Es hat das Match entschieden.“ Djokovic hat damit die Nummer-1-Position zum Jahresende praktisch sicher, zum sechsten Mal. Damit schließt er zu Rekordhalter Pete Sampras (USA) auf. Rafael Nadal könnte ihn nur noch theoretisch abfangen, falls er eine Wildcard in Sofia (ab 8.11., Anm.) annimmt und zudem überall voll punktet. Das ist aber wohl so gut wie auszuschließen.

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Noch in der ersten Runde spielten am Mittwoch Stefanos Tsitsipas und Daniil Medwedew. Der Russe Medwedew besiegte Jason Jung glatt 6:3,6:1. Im Anschluss daran bezwang Tsitsipas den Deutschen Jan-Lennard Struff 6:7(3),6:3,6:4.

Für Medwedew war es das erste Antreten beim Wiener ATP-Tennisturnier. Im Vorjahr hatte der Russe sein Kommen kurzfristig wegen Erschöpfung absagen müssen, nachdem er es in den sechs Turnieren davor stets ins Finale und dreimal davon bis zum Titel geschafft hatte. „Ich wollte damals das siebente Finale in Folge, aber ich war wirklich körperlich fertig“, sagte der 24-jährige Medwedew im Vorfeld der Jung-Partie. „Jetzt bin ich glücklich, endlich hier zu spielen. Ich hoffe auf eine gute Woche.“

Er habe Gutes über das Turnier gehört, war schon zwei-, dreimal privat mit dem Auto in Wien. Aber in der „Bubble“ der Tennis-Woche sei es natürlich nicht das gleiche wie beim Sightseeing. Die ganze Konzentration müsse aber sowieso der Veranstaltung gelten. „Das Turnier ist wirklich stark besetzt, schon das Halbfinale wäre ein Erfolg. Man spielt nicht so oft schon zu Beginn gegen Top-10-Spieler. Das kann dann in London nicht viel anders sein“, sprach Medwedew die ATP-Finals an, für die er bereits fix qualifiziert ist.

Der Grieche Tsitsipas musste als einziger der Top Fünf der Setzliste einen Satz abgeben, am Ende stand freilich ein 6:7(3),6:3,6:4 gegen Struff. Nun kommt es für den 22-Jährigen am Donnerstag zur Neuauflage des French-Open-Achtelfinales gegen Grigor Dimitrow.

Und die Nummer fünf der Weltrangliste schob dem Bulgaren sogar die Favoritenrolle zu. „Er ist in guter Form“, meinte er über den 29-jährigen Dimitrow, den Weltranglisten-20. „Mein Ziel ist, nahe an der Perfektion zu spielen, aber nicht mit zu hohen Erwartungen. Ich schaue von Spiel zu Spiel.“ Er sei aber froh, dass er gut in die Indoor-Saison gestartet sei. Tsitsipas: „Je mehr ich spiele, desto besser sollte es werden. Ich muss Lösungen finden und mein Spiel einfach gestalten. Da bin ich auf einem guten Weg.“

Weiter kam auch der italienische Hoffnungsträger Jannik Sinner. Im Duell zweier Youngster besiegte der 19-Jährige den 21-jährigen Norweger Casper Ruud 7:6(2),6:2. Sinners Achtelfinale wird ebenso am Donnerstag gespielt, und zwar geht es gegen den als Nummer fünf eingestuften Russen Andrej Rublew.


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