Innsbrucker Stadtarchiv als unbekannte Schatzkammer

Beim Rundgang durchs Depot gaben Stadtarchiv-Leiter Lukas Morscher und seine Mitarbeiter Joachim Bürgschwentner und Matthias Egger (v. r.) Vize-BM Uschi Schwarzl u. a. Einblick in die Kunstsammlung.
© Domanig

Innsbruck – Von außen ist es ein unauffälliges Gebäude in der Feldstraße hinter dem Westbahnhof, doch im Inneren schlummern ungeahnte Schätze: Hier hat das Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck seine Bestände aus zuvor sieben Standorten in einem neuen, zentralen Depot zusammengeführt. Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft hat dafür um ca. 5,1 Mio. Euro Gebäudebereiche angekauft, die zuvor von den Landesmuseen genützt wurden, die Stadt mietet diese an.

Auf rund 4000 m2, in ca. 50 (!) labyrinthisch anmutenden Räumen, lagern nun u. a. 170 Tonnen Papier, 4000 Gemälde, 9000 Plakate, Hunderttausende Fotos und 30 Tonnen an historischen Objekten. Ordner über Ordner mit (gesetzlich zu archivierenden) Akten aus dem Rathaus sind ebenso darunter wie umfangreiche Spezialsammlungen und Nachlässe sowie eine riesige kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung: Diese umfasst z. B. sämtliche Kunstwerke, die die Stadt geschenkt bekam oder übernehmen musste. Auch die kostbaren Originalreliefs des Goldenen Dachls (zuletzt in New York gezeigt) sind derzeit hier gelagert.

Raritäten wie ein 500 Kilo schwerer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg oder das letzte erhaltene Glied der historischen Kettenbrücke finden sich hier ebenso wie etwa ausrangierte Mülleimer mit Stadtwappen, Adambräu-Bierkrüge oder der alte Bürgermeisterschreibtisch aus dem Rathaus (1927–2018).

„Auch die Leute bringen uns laufend Dinge“, sagt Stadtarchiv-Leiter Lukas Morscher, „gerade gestern erhielten wir z. B. von einer Dame ein Buch mit Kriegserinnerungen ihrer Mutter“. Nun habe man endlich die (Raum-)Ressourcen, um solche und andere Dokumente zu retten. Morscher bezeichnet das neue Depot emotional als sein „Baby“ – eines, das ihm und seinen Mitarbeitern ebenso viel Arbeit wie Freude bereite. Mit Voranmeldung unter post.stadtarchiv@innsbruck.gv.at ist das Archiv zugänglich. (TT)

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