„Babyteeth – Milla meets Moses“: Eine Freiheit, die das Leben ausmacht

Ein ungleiches Paar: Milla (Eliza Scanlen) und Moses (Toby Wallace, Marcello-Mastroianni-Preis als bester Jungdarsteller in Venedig).
© Filmladen

Innsbruck – Die blauen Haare auf Millas Kopf sind eine Perücke. Der Teenager verbirgt darunter eine Glatze, die bei einer Filmfigur ihres Alters nur eines bedeuten kann: Krebs. Doch statt erwartbarer Tragik überrascht der australische Film „Babyteeth – Milla meets Moses“ mit überaus unkonventioneller Energie.

Basierend auf einem Theaterstück gelingt Regisseurin Shannon Murphy ein außerordentliches Filmdebüt, zugleich jugendlich-frisch und erwachsen-ernst. Sonning, sinnlich, bunt und kraftvoll umschifft sie die Klischees einer solchen Tränendrüsen-Story, ebenso roh wie zärtlich, aber zuweilen leicht exzentrisch inszeniert.

📽️ Trailer | Babyteeth – Milla meets Moses

Vom theaterhaften Set-up bleibt nur die Konzentration auf die vier Hauptfiguren mit ihrem herrlichen australischen Akzent.

Die behütete 15-jährige Milla (Eliza Scanlen), die an der Schwelle zum Erwachsenwerden dem Tod ins Auge sehen muss, will zum ersten Mal die Liebe erleben. Die beiden neurotischen Eltern (Essie Davis und Ben Mendelsohn) wollen ihre Tochter schützen. Und der wilde, etwas ältere Herumtreiber Moses (Toby Wallace) bringt Millas gefährdetes Leben unerwartet aus dem Takt.

Die vier Darstellenden holen alles aus sich heraus. Regisseurin Shannon Murphy lässt sich bis zum Schluss nicht in die Karten blicken und gibt der intensiven Geschichte eine pulsierende Dynamik und einen farbenfrohen Look.

„Babyteeth“ ist eine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit atemberaubendem Finale, die sich unter einem Schatten entwickelt, aber die Freiheit nimmt, die das Leben ausmacht. (maw)


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