Schweres Erdbeben in der Ägäis - 4 Tote in der Türkei

Nach dem schweren Erdbeben in der Ägäis melden türkische Medien vier Tote. 120 Menschen seien verletzt worden, berichtete der Nachrichtensender TRT am Freitag. Über die genaueren Umstände war zunächst nichts bekannt. Nach dem Erdbeben waren in der Westtürkei mehrere Gebäude eingestürzt und Menschen verschüttet worden. Das Meer trat über seine Ufer. Auch auf der griechischen Insel Samos kam es zu Schäden und einem Tsunami.

Das Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6. Das Zentrum des Bebens vor der türkischen Provinz Izmir gelegen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. TRT zeigte Bilder von eingestürzten Mehrfamilienhäusern und von Staubwolken über der Stadt Izmir. Es wurde von Panik auf den Straßen während des Bebens berichtet, Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen.

Auch in Griechenland waren die Erschütterungen zu spüren. Besonders die Insel Samos ist betroffen, dort gab es Berichte über Gebäudeschäden. In der Kleinstadt Vathy gab es einen Tsunami. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von der überfluteten Küstenpromenade, wo das Wasser Autos wegspülte. Auch auf Bildern aus dem türkischen Seferihisar waren überflutete Gassen zu sehen. Berichten zufolge hatte es auch dort einen kleinen Tsunami gegeben.

Nach Berechnungen des deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam erreichten die Wellen Höhen von mehr als 1,5 Metern; sie könnten an der Küste womöglich bis zu drei Meter hoch auflaufen. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien hatte das Beben eine Magnitude von 7,0. Der Erdstoß wurde an allen seismischen Stationen des Erdbebendienstes der ZAMG aufgezeichnet, hieß es in einer Aussendung. Die Erschütterungen seien bis nach Athen und Istanbul zu spüren gewesen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete sich in einem Tweet an die Bevölkerung. Man stehe den vom Erdbeben betroffenen Menschen mit allen Mitteln bei.

EU-Ratspräsident Charles Michel bot der Türkei und Griechenland umgehend Hilfe an. „Ich bin in Gedanken bei allen, die betroffen sind“, schrieb Michel am Freitag auf Twitter. „Die EU hält sich bereit, Unterstützung zu leisten.“


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