Halloween im Großteil Österreichs ohne gröbere Zwischenfälle

Zu Halloween ist es, aus polizeilicher Sicht, im Großteil Österreichs nur zu wenigen Zwischenfällen gekommen. In Linz gab es einen Tumult mit der Polizei. Verletzt wurde aber niemand. In Wien mussten vier Lokale wegen Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen komplett geräumt werden. In Graz warf eine Gruppe Jugendlicher ein Auto um. Vier weitere Autos wurden mit weißem Lack besprüht. Zudem gab es mehrere Anzeigen wegen nicht eingehaltener Corona-Auflagen.

Laut Polizei rotteten sich am Sonntag um 0.40 Uhr in der Linzer Landstraße 40 bis 50 junge Männer zusammen. Als 15 Polizeistreifen eintrafen, soll ein Großteil der Gruppe die Beamten beschimpft und Flaschen und Dosen in ihre Richtung geworfen haben. Verletzt wurde niemand. 31 Jugendliche und junge Erwachsene wurden wegen Ordnungsstörung angezeigt.

Die jungen Männer stammen polizeilichen Angaben zufolge „überwiegend aus Afghanistan, dem Iran und dem Irak“. Die Gruppe sei schließlich eingekesselt und Identitätsfeststellungen unterzogen worden. Während der Amtshandlung wurde der Straßenbahnverkehr für 30 Minuten unterbrochen.

In Wien mussten in der Halloween-Nacht nach Angaben Gruppe Sofortmaßnahmen der Magistratsdirektion vier Lokale wegen Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen komplett geräumt werden. Hier drängten sich auch nach der festgelegten Sperrstunde die Feiernden ohne Masken aneinander - keine Abstandsregeln, Konsumation im Stehen, tanzende Gäste, kein Mund-Nasen-Schutz, hieß es am Sonntag in einer Aussendung.

Die vorgefundenen Situationen in einigen Lokalen sei schockierend gewesen. In einer amtsbekannten Shisha-Bar wurden 20 Shisha-Pfeifen konsumiert und von den Gästen untereinander geteilt. „In der aktuellen Situation so verantwortungslos und bewusst die Gesundheit zu riskieren, ist nicht zu akzeptieren“, betonte Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen. 32 Anzeigen und 16 Organmandate nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz sowie 40 Anzeigen nach der Gewerbeordnung, dem Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz und anderen Verordnungen wurden laut der Aussendung ausgestellt.

„Im Vorfeld wurden intensive Recherchen durchgeführt“, berichtete Hillerer. Es habe sich um eine gezielte Schwerpunktaktion zusammen mit der Landespolizeidirektion Wien gegen die „Hotspots der Unvernunft“ gehandelt. Der Fokus lag auf Halloween-Partys und „Abschluss-Feiern“ in Hinblick auf den bevorstehenden Lockdown. Auch das Wiener Marktamt und die MA-36-Gewerbetechnik waren bei dem Schwerpunkt dabei. Hillerer kündigte weitere Kontrollen an.

In Bruck a.d. Leitha wurde in der Nacht auf Sonntag eine Halloween-Feier von der Polizei beendet. Weil die in einem Internetforum angekündigte Veranstaltung ohne Präventionskonzept durchgeführt worden sei, erfolgte gegen den Veranstalter eine Anzeige nach dem Covid-Maßnahmengesetz. Die etwa 30 Anwesenden hätten die Party freiwillig verlassen, teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich mit.

Eine Gruppe Jugendlicher warf zudem in der Nacht auf Sonntag im Grazer Bezirk Geidorf ein Auto um. Wie die Polizei mitteilte, hatte eine Zeugin vier bis fünf Jugendliche gesehen und die Polizei gerufen, eine Sofortfahndung blieb ergebnislos. Die Beamten stießen in der Nähe des Vorfallortes aber auf weitere Sachbeschädigungen: Vier Autos waren mit weißem Lack besprüht worden.

Ansonsten sei die Halloween-Nacht in der Steiermark aber recht ruhig verlaufen, sagte Polizeisprecherin Julia Heimgartner am Sonntag auf APA-Anfrage: „Es hat mit Stand Sonntagfrüh keine wirklich aufsehenerregenden Ereignisse gegeben.“ Insgesamt gab es zehn Anzeigen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz. Laut Polizeiangaben wurden in dieser Nacht rund 250 Kontrollen in Gastgewerbebetrieben durchgeführt.

Sehr ruhig verlief die Halloween-Nacht ebenfalls in Kärnten. Wie Polizeisprecher Mario Nemetz auf APA-Anfrage sagte, hatte es lediglich vier Anzeigen gegeben, weil Corona-Auflagen nicht eingehalten wurden. Bis Sonntagfrüh lagen auch keine Berichte über Randale, Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen mit Bezug auf Halloween vor. Rund 100 Polizeibeamte hatten seit den Abendstunden gemeinsam mit Beamten von Bezirkshauptmannschaften und Magistraten Lokale kontrolliert, insgesamt hatte es rund 200 Kontrollen gegeben. Die vier Anzeigen wurden ausgestellt, weil die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht nicht eingehalten wurde, außerdem war es laut Polizeiangaben zu kurzfristigen Überschreitungen der Sperrzeiten gekommen.

Die Halloween-Nacht war auch für die Tiroler Polizei im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren „recht ruhig“, teilte die Landespolizeidirektion mit. Wegen Ordnungsstörung, Lärmerregung und anderen Delikten kam es im ganzen Bundesland zu 13 Anzeigen und 20 Abmahnungen. Es waren 107 Beamte für die Überwachungsmaßnahmen eingesetzt.

Die Übertretungen beschränkten sich auf die Bezirke Innsbruck, Innsbruck-Land, Kufstein und Kitzbühel. Besonders auffallend sei eine Party in einem Lokal in Innsbruck-Land gewesen, so die Polizei. Bei einer Kontrolle gegen 21.30 Uhr habe reger Betrieb geherrscht, die dicht gedrängt zusammenstehenden oder tanzenden 60 bis 70 Gäste hätten nahezu alle ohne vorgeschriebene MNS-Masken ausgelassen gefeiert. Der Betreiber des Lokals wird wegen unzureichender Hygiene- und Abstandsregeln der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck zur Anzeige gebracht. Eine neuerliche Kontrolle nach 22.00 Uhr ergab schließlich, dass das Lokal pünktlich zur Sperrstunde geschlossen wurde.

Ebenfalls nur wenige vereinzelte Beschwerden gingen in der Nacht auf Sonntag bei der Polizei in Vorarlberg ein. Es mussten keine Anzeigen erstattet werden. Es sei somit im Vergleich zu den Vorjahren sehr ruhig gewesen, so ein Sprecher der Polizei zur APA. Bei den insgesamt 15 gemeldeten Vorfällen handelte es sich vorwiegend um Bagatellen, wie etwa Eier, die gegen Fassaden oder Fenster geworfen worden waren.

Auch im Burgenland zeigte offenbar die Situation rund um die Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen auf die Halloween-Aktivitäten. Laut Angaben der Einsatzkräfte verlief die Nacht auf Sonntag weitgehend ruhig. In zwei Fällen wurde Anzeige wegen Lärmerregung erstattet, hieß es von der Polizei auf APA-Anfrage. Auch bei der Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) und der Feuerwehr wurden keine besonderen Vorfälle gemeldet. Es gab lediglich vereinzelt Ausrückungen wegen ausgelöster Brandmeldeanlagen.


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