Dodon und Sandu in Stichwahl in Moldau

In der Republik Moldau hat in der am Sonntag abgehaltenen ersten Runde der Präsidentenwahl keiner der insgesamt acht Bewerber die nötige Mehrheit erreicht. Die Entscheidung zwischen dem pro-russischen Amtsinhaber Igor Dodon von der Partei der moldauischen Sozialisten (PSRM) und der pro-europäischen früheren Regierungschefin Maia Sandu, Vorsitzende der Oppositionspartei Aktion und Solidarität (PAS), wird erst in der Stichwahl am 15. November fallen.

Beide Favoriten schafften es, wie erwartet, in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl. Nach Auszählung von 74,06 Prozent der abgegebenen Stimmen lag Dodon mit 36,33 Prozent vorn, während seine Herausforderin Sandu auf 30,99 Prozent kam, wie die Zentrale Wahlbehörde in Chisinau am späten Sonntagabend mitteilte. Da keiner der beiden jedoch die nötige Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, folgt in zwei Wochen die Stichwahl, die für den bitterarmen, zwischen Rumänien und der Ukraine gelegenen Kleinstaat mehr denn je richtungsentscheidend sein wird.

Die erste Wahlrunde war von langen Warteschlangen vor den im Ausland eröffneten Wahllokalen - vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Israel - sowie von Vorwürfen über Wahlbetrug in den Wahllokalen nahe der Region Transnistrien geprägt. Nach Angaben der Oppositionspartei PAS wurden auch diesmal, wie schon vor vier Jahren, zahllose Wähler aus der russland-treuen abtrünnigen Teilregion mit Bussen in moldauische Wahllokale gekarrt. Deshalb habe man bei der Polizei mehr als 300 Anzeigen erstattet habe, teilte die PAS am Sonntagabend mit.

Sandu und auch ihr proeuropäischer Mitbewerber Andrei Nastase (Plattform „Würde und Wahrheit“) forderten deswegen gleich nach Schließung der Wahllokale den umgehenden Rücktritt von Innenminister Oleg Tulea sowie des Vorsitzenden der Wahlbehörde, Dorin Cimil. Staatspräsident Dodon sprach indes in einer ersten Reaktion von einer „freien, fairen und demokratischen“ ersten Runde.

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Vor dem Hintergrund der in der Moldau rasant steigenden Corona-Fallzahlen lag die Wahlbeteiligung nach Angaben der Wahlbehörde diesmal bei nur 42,75 Prozent und erwies sich damit als die niedrigste seit Ausrufung der Unabhängigkeit der früheren Sowjetrepublik vor 29 Jahren.


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