Eine besinnliche Runde zu zahlreichen Kapellen und Marterln

Der TT-Tourentipp entführt diesmal in die kleine Gemeinde Flaurling. Dort kann man eine schöne Rundwanderung zu zahlreichen Kapellen und Marterln machen, viel Geschichte und tolle Ausblicke inkludiert.

Vom Kalvarienberg aus (1) hat man einen schönen Blick auf Flaurling und die Hohe Munde. We (2),
© Irene Rapp

Von Irene Rapp

Flaurling — Fritzens ist eine Gemeinde im östlichen Teil von Innsbruck-Land. Fritzens ist aber auch ein Weiler von Flaurling, einer Gemeinde im westlichen Teil des größten Bezirks Tirols. Dorthin ging es am 1. November im Rahmen des TT-Tourentipps: In dem 1300-Seelen-Ort gibt es nämlich einen Kapellenweg, der nicht nur einen Einblick in den Glauben der Flaurlinger von einst und heute (ein Danke an all jene, die diese Kleinode erhalten) gibt. Bei der Rundwanderung bewegt man sich auch in herbstlich geprägter Natur.

So kommt man hin: Nach Flaurling, Start ist beim Gemeindeamt hinter der Pfarrkirche. Ein wenig weiter im Süden am Waldrand sticht noch eine Kirche, eingebettet in einen interessanten Gebäudekomplex, ins Auge. Dabei handelt es sich um das Risgebäude und in diese Richtung müssen wir auch. Also zunächst nach Süden bis zu einer großen Ulme mit Wegweiser (Kapellenweg). Zwischen Tenne und Steinmauer durch und auf einem Wiesenweg entlang des Gebäudekomplexes. Im Risgebäude hat von 1479 bis 1526 Pfarrer Sigmund Ris gelebt. Er starb mit 101 Jahren als angeblich erster hundertjähriger Tiroler, von dem man weiß.

Weiter geht es zu Bärfallkapelle.

Wenn man zu einer Wegteilung kommt, heißt es aufpassen. Rechts hinauf geht es zur ersten Kapelle („Zu den 7 Schmerzen Mariens"). Links teilt sich der Weg gleich wieder: Links kommt man nach ein paar Schritten durch lichten Wald hinunter zur Annakapelle. Unsere Rundwanderung geht jedoch auf dem mittleren Weg weiter, der führt nämlich den Kalvarienberg hinauf. Durch herbstlich geprägten Mischwald wandert man an schön gestalteten Kreuzwegstationen zum höchsten Punkt. Der Kalvarienberg entstand um 1720 und wurde seitdem immer wieder restauriert. Was ins Auge sticht: die schönen, aus Mosaik gestalteten Motive bei den Stationen. Von der Hauptkapelle aus hat man dann einen tollen Ausblick auf Flaurling und die gegenüberliegende Hohe Munde.

Schweighofkapelle

Weiter geht es in Richtung Südosten auf einem Waldweg, bei der ersten Wegteilung hält man sich links (Wegweiser). Nun ein wenig steiler hinauf, bis man zur Straße nach Flaurlingerberg kommt. Bei einem sichtbaren, linkerhand liegenden Feldweg (mit Schranken) biegt man dann von der Straße ab und marschiert über Wiesen weiter.

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Die Mittelgebirgsterrasse bietet schöne Tiefblicke ins Inntal sowohl nach Westen als auch nach Osten, und auf der südlichen Talseite locken viele zum Greifen nahe Gipfelkreuze in die Höhe. Schon von Weitem sieht man dann bei Bauernhäusern die nächste Kapelle — die Bärfallkapelle (geschlossen). Durch die Häuser durch und dem Wegweiser Kapellenweg folgen. Nach wenigen Metern Natur gelangt man wieder zu Bauernhäusern und auf eine Straße, die man Richtung Westen einschlägt. Jetzt befindet man sich in Fritzens, nach wenigen Metern erreicht man linkerhand gleich eine weitere Kapelle, die jüngste von allen, die wir im Rahmen der Rundwanderung besichtigen (geschlossen). Das Altarbild zeigt übrigens den Tod Mariens.

Ländkapelle
© Irene Rapp

Wenn man zu einer Straßenteilung kommt, hält man sich links und marschiert zur höchsten Kapelle in Flaurling hinauf — der vor wenigen Jahren renovierten Schweighofkapelle. Diese liegt bei einigen Bauernhäusern und ist geöffnet, sodass man sie von innen bewundern kann. Ein gutes Stück vorher zweigt rechts eine kleine Straße ab (hier Wegweiser Kapellenweg), in diese biegt man allerdings erst ein, wenn man die Schweighofkapelle besucht hat.

Dann jedoch auf dieser kleinen Straße in den Weiler Ram hinunter mit der nächsten Kapelle. Weil diese geöffnet ist, kann man die Entstehungsgeschichte erfahren: Hier hängt ein Stubenfenster, 1815 ist auf diesem ein Bild der Mutter Gottes erschienen.

Track zur Tour

Den Track zur Tour finden Sie hier: https://go.tt.com/3mm2Sq9

Von Ram wählt man dann die kleine Straße talwärts und gelangt auf einen Feldweg, der in einen Wald mündet. Weiter bergab und bei der ersten Wegteilung (oberhalb des Sportplatzes) links abbiegen. An einem einzeln stehenden Haus vorbei und hinab auf dem Adolf-Pichler-Weg zur nächsten Kapelle — der Ländkapelle. Auch deren Entstehungsgeschichte ist sehr interessant — nachzulesen u. a. auf der Fassade. Weiter geht es talwärts, vorbei an der Kreuzkapelle, die an eine Murkatastrophe erinnert.

Und dann steht man schon wieder oberhalb des Ris­gebäudes. Wer will, kann dann noch die Friedhofskapelle neben der Pfarrkirche besuchen. Fazit: Der Kapellenweg ist ein­e beschauliche, interessante Runde.

© TT-Grafik

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